Vor anderthalb Jahren habe ich mir das Samsung Galaxy Fold 2 gekauft und damit bis zum letzten Sommer intensiv gearbeitet. Mein Fazit fiel – mittendrin und auch am Schluss – nicht ganz so begeistert aus, wie ich es mir selbst gewünscht hätte. Der Bildschirm zeigte erste Gebrauchsspuren und das Smartphone ist halt schon schwer. Weil mich Technik begeistert, bin ich im Sommer auf ein Galaxy S22+ umgestiegen. Fantastische Kamera. Schlankes, leichtes Gehäuse bei großem Bildschirm. Alles daran ist großartig.

Und langweilig.

Also habe ich es letzte Woche zurückgegeben.
Auf meinem Schreibtisch liegt jetzt mein alter Bekannter: Das Galaxy Fold 2.

Es gibt wirklich nichts, was ich am S22 kritisch anmerken könnte. In einigen Rezensionen wurde es als das „iPhone für Android“ bezeichnet und das ist vielleicht treffend: Rundherum gelungen, von vorne bis hinten durchdacht – aber halt auch (trotz meiner geliebten Kacheloptik im Launcher) langweilig. Es macht keinen „Spaß“, dieses Telefon zu benutzen, es erfüllt einfach seinen Zweck.

Samsung Galaxy Fold
Touarise, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Und diesen „Spaß“ habe ich vermisst. Viel mehr, als ich mir das vorher hätte vorstellen können.

Aber schon nach zwei Wochen Nutzung fing ich insgeheim an, den aufklappbaren Bildschirm zu vermissen. Gar nicht so sehr, weil man mit dem Gerät zwei Apps gleichzeitig öffnen kann – sondern weil „großer Bildschirm“ oft bedeutet, dass Apps in einer anderen (Tablet-)Übersicht gestartet werden.

Konkret: Auf dem Fold lässt sich zwischen verschiedenen (beruflichen) Chats flüssig  und ohne einen „Zurück“-Button und „runterscrollen“ wechseln. Der Unterschied zwischen Tablet- und Smartphone-UI. Alles geht schneller und durchdachter von der Hand. Lesen, Videos schauen und arbeiten. Und vom Tag an, da ich das Fold wieder in der Hosentasche hatte, blieb der Computer öfter aus. Verrückt.

Ebenfalls abgefahren: Die neue Taskleiste des aktuellen Fold 4 begeistert viele User – und Samsung ließ sich nicht lumpen und hat heute das Update OneUI 4.1.1 heute auch auf das Fold 2 gespielt. Wahnsinn! Während ich letztes Jahr noch unsicher ob der Haltbarkeit des Geräts gewesen bin (aber eine Hülle macht das Fold halt noch dicker) habe ich mittlerweile jede Vorsicht abgelegt. Das Gerat hat zu arbeiten und es arbeitet auch. Tatsächlich bin ich nach den paar Wochen Abstinenz sicher: In Zukunft wird es für mich nur noch Foldables geben. Alles andere ist einfach nichts mehr für mich. Zum Glück fallen die im Preis ja wirklich schnell auf vertretbare Maße.