Ich habe seit Jahren nicht mehr so großartige Ferien verbracht, wie diese Weihnachtsferien und ich muss nicht einmal besonders scharf nachdenken, woran das liegt: Eine glückliche Zusammenfügung mehrerer Ereignisse hat zu einer Art perfect Stormim positiven Sinne geführt.

1. Notenschluss vor den Ferien

In Nordrhein-Westfalen endet das Schulhalbjahr bereits in 14 Tagen. Bedenkt man den organisatorischen Vorlauf von Zeugniskonferenzen, Notenverwaltung und Zeugnisdruck wird klar: Alle Klassenarbeiten mussten nicht nur vor den Ferien geschrieben, sondern auch korrigiert worden sein. Pünktlich zum letzten Schultag vor den diesjährigen Weihnachtsferien waren alle Noten eingetragen.
Was im Vorfeld für maximalen Stress gesorgt hat, führte während der vergangenen 14 Tage zu unerhört ruhigen Tagen: Es gab nichts zu korrigieren und bis auf ein wenig Unterrichtsvorbereitung, die ein oder andere Elternmail und ganz wenig Schulleitungskram hatte ich die Tage nur für mich.

2. Keine familiären Katastrophen

In den letzten anderthalb Jahren sind praktisch alle Schulferien durch familiäre Katastrophen in ihrer Funktion, Erholung zu bieten, gescheitert. Corona, Grippe, Fieber oder Wasserschaden und Baustelle. Immer lag mehr oder weniger die halbe Familie flach. Ich kann mich nicht daran erinnern, mal 7 Tage am Stück wirklich sorgen- und aufgabenfrei gelebt zu haben. Ganz verschont sind wir auch in diesen Ferien nicht geblieben – aber mit drei Kindern ist immer etwas aus der Schublade „Kinderkrankheiten“ dabei.

3. Feiern und schreiben, schreiben, schreiben

Ich hatte großartige Ferien 2

Wir haben Weihnachten zelebriert, wie lange nicht. Meine Geschwister waren zu Besuch und all die Kinder haben das Haus gut gefüllt. Wie schön, dass man auf dem Land keine Nachbarn stört. Es wurde gegessen, gelacht, gefeiert und gespielt. Kostbare, wertvolle Momente.

Seit dem Sommer plane ich außerdem an meinem zweiten Roman. Wie schon bei meinem ersten Buch ist die Entwicklung einer stringenten Handlung überaus zeitaufwändig. Jedes Kapitel existiert zunächst nur als kurzer Abriss, eine Zusammenstellung von Stichpunkten. Aus fünfzehn werden dreißig Kapitel, dann fünfzig und irgendwann sechzig. Die einzelnen Handlungsfäden werden miteinander verwoben, neue kommen hinzu und andere werden – manchmal erst nach Wochen – wieder verworfen. Dieser Prozess verläuft über Monate und ist in gleichem Maße schön wie frustrierend.

In den vergangenen 14 Tagen habe ich dann endlich wahnsinnig viel Zeit gehabt, zu schreiben. Früh morgens, wenn alle noch schliefen; mittags, wenn die Kinder spielten und abends, wenn meine Frau gearbeitet hat. Zehntausende Worte und mit jedem Kapitel ging alles immer schneller, wurde das Bild der Geschichte immer klarer und deutlicher.

Ich hatte großartige Ferien 3Eine Veröffentlichung steht für Anfang April in meinem Kalender. Zeit genug also, um in den nächsten Wochen die letzten Löcher zu stopfen und mir dann  erneut (wohlgesonnene, kritische) Testleser zu suchen, die mich auf die gröbsten Schnitzer („der blonde Mann lachte und strich sich die schwarzen Haare aus der Stirn, während er sich mit der Hand über die Glatze strich“) aufmerksam machen.

Drei Monate Zeit also um mein aktuelles Lieblingsprojekt fertig zu stellen.

„Der Hund, der nur im Gestern bellte“ wird voraussichtlich ab April bei Amazon erhältlich sein. Wer bis dahin nicht warten mag, findet hier mein Debüt „Apfelkuchen im Spätsommer“ (klick).