Zwischenbericht: Digitaler Physikkurs

Seit Anfang des Schuljahres führe ich meinen Physikkurs der Klasse 10 rein digital: Viel habe ich mir vorgenommen – und vieles auch erreicht.

Der Grundgedanke des Kurses ist, zum einen den Schülern alles Material für die Vor- und Nachbereitung in digitaler Form zur Verfügung zu stellen: Arbeitsblätter, Bücher, Informationen, Webseiten.
Auf der anderen Seite sollten die Schüler ihr Physikheft in Form eines Word-Dokumentes führen – Mitschriften der Stunde sollten nur hastig auf Schmierpapier mitgekritzelt werden.

Neben den eigentlichen physikalsichen Lehrinhalten versuche ich auf diese Weise eine zusätzliche, nämlich die Medienkompetenz zu vermitteln.
Ich ahne, dass wenigstens zwei Drittel der Klasse in spätestens anderthalb Jahren nicht mehr den Unterschied zwischen Reihen-, Parallel- und Wechselschaltung erklären kann – aber (so hoffe ich zumindest) – am Ende der Klasse 10 wird jedes Schüler dieses Kurses richtig gut mit Word/Writer umgehen können und eine Menge Erfahrung im Umgang mit E-Mails gesammelt haben.

Soweit zu den Zielen.

“Grau ist alle Theorie”, sagt man – aber so weit entfernt bin ich imho von meinen Vorstellungen nicht. Statt zeitintensive Versuchsprotokolle in der Stunde anzufertigen, notieren die Schüler nur das nötigste – der Rest wird zu Hause ordentlich in die Dokumente geschrieben. Inklusive Schaltskizzen, Photos, etc.
Die größten Schwierigkeiten habe ich vor dem Projekt in der Leistungsüberprüfung erwartet – und inzwischen genau dort auch vorgefunden. Einigen Schülern fällt es offenbar schwer, mir ihre Hefte rechtzeitig zuzumailen. Abgabetermine werden nur bedingt eingehalten.

Die meisten aber liefern ordentliche Arbeiten ab und geben sich Mühe – wirklich abgeschrieben wird nicht.

Auszüge aus einem besonders gelungenen Heft darf ich mit Erlaubnis der Schülerin hier präsentieren.

Schön zu sehen ist eine klare Struktur des Heftes:

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Die Fotos werden mit den Handy-Kameras erstellt, während des Unterrichts lassen sich die Schüler nicht allzu sehr davon ablenken.

Über die Ausführlichkeit des Protokolls lässt sich streiten – die Schüler werden aber mit zunehmender Dauer des Kurses immer sicherer im Umgang mit Office.

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Wirklich spannend ist, dass ich während der regulären zwei Stunden in der Woche extrem viel Zeit für Schülerexperimente und theoretischen Unterbau habe – besonders das Aufschreiben regulärer Versuchsprotokolle ins Physikheft nimmt während der Stunden sehr viel Zeit ein. In meinem digitalen Kurs schaffe ich pro Stunde immer mindestens drei, manchmal sogar fünf Schülerexperimente.

Insgesamt bin ich wirklich stolz auf die Klasse!

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2 Responses to Zwischenbericht: Digitaler Physikkurs

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