Toshiba Folio 100

30. Juli 2011 10 Von Jan-Martin Klinge

IMAG0253Genau wie Kubi habe auch ich eine Schwäche für technische Spielereien. Aber anders als er, versuche ich erst gar nicht, eine Entschuldigung für mein Hobby zu finden.

Es war also plötzlich einfach da: Mein 10” Tablet.

Grundsätzlich war mir von Anfang an klar, dass das Folio in einer anderen Liga spielt, als das iPad oder das Galaxy Tab – trotzdem ist das, was Toshiba da abgeliefert hat, eine absolute Frechheit.
In der Grundausstattung stehen gefühlt 10 Apps zur Verfügung – der offizielle Android-Store ist nicht zugänglich. Und der Toshiba-Store ist in etwa mit dem Store für Windows Mobile 6 zu vergleichen – völlig überfüssig. Dazu kommen ständig Grafikfehler – so schnell der Tegra 2 Prozessor auch ist: Es gibt kaum Software, die ihn unterstützt. Ich frage mich auch, ob die Ingenieure das Gerät jemals selbst ausprobiert haben; die Knöpfe unter dem Bildschirm zum Beispiel sind  zwar sehr schön anzusehen – aber im Dunkeln auch nicht zu finden. Statt dessen tapst man blind umher. 
Das ganze Ding ist ein einziger Haufen Schrott. Punkt.

Aber.

Ich habe es behalten. Denn für Nerds gibts da einiges zu retten. Einen Nachmittag hat sich das fiese Ding Tablet gewehrt, dann habe ich es mit Hilfe der xda-developers geknackt. Die Original-Software runtergeworfen und ein neues Rom geflasht.  Mit Hilfe des Folio Widgets lassen sich die Software Buttons dauerhaft beleuchten, damit IMAG0255macht die Nutzung auch nachts Spaß. Ich habe jetzt Zugang zum Android App-Store und dann den Launcher 7 installiert, denn ich habe eine Schwäche für die Windows Phone-Optik, außerdem läßt sich mein XBMC jetzt via Tablet steuern.

Viel Spaß machen die alten Lucas Arts Adventures, die sich mittels ScummVm spielen lassen. Auf dem Handy war das stets eher “erzwungenes Glück”, aber auf dem 10” Touchscreen macht das schon deutlich mehr Spaß. Sehr cool ist auch ein Einsatz als Car DVD Player. Meine Frau und ich haben immer wieder mal überlegt, uns für lange Urlaubsfahrten solch ein DVD-System anzuschaffen – de fakto ist das aber fast teurer als mein Folio.

Grundsätzlich würde ich jedem davon abraten, eines der billigen Android-Tablets zu kaufen. Qualitativ ist das einfach bescheiden. Auf der anderen Seite mag ich mich einfach nicht den Apple-Restriktionen unterwerfen – ich liebe die Android-gewonnenen Freiheiten.
Wer sich aber mit dem Flashen von ROMs auskennt, der kann sich ein hübsches Gerät zusammenbasteln, das den meisten Anforderungen entsprechen dürfte.