Die Eiskönigin im Physikunterricht

Die Eiskönigin im Physikunterricht

Kurz vor Ostern hat es mich dann doch erwischt: Die Vielzahl an Zetteln, Terminen, Telefonaten, Sitzungen, Mails und Extras hat mich geschafft, so dass ich am letzten Tag vor den Ferien nicht mehr ganz so gute Laune wie sonst habe. Außerdem: Einmal im Jahr zerlege ich traditionell meinen Blog und brauche professionelle Hilfe (in vielerlei Hinsicht wahr) – daher der gestrige Ausfall. Verzeihung! Mea culpa! Ihr seht: Ich habe das dringende Bedürfnis nach ein bisschen Glitzer und schleppe mich in die Ferien.

Trotz aller Müh musste heute mein Lieblings-Oberstufen-Physikkurs angemessen beschult werden. Weil es thematisch passt, haben wir ein zauberhaftes (!) Experiment durchgeführt.

In der letzten Stunde haben wir mit einer Vakuum-Glocke Unsinn getrieben und sind mit der Frage auseinander gegangen, wie schwer den die Luft auf uns lastet. Ziemlich schwer jedenfalls, denn die Glocke konnte man nicht mehr einfach öffnen.
Dazu ein simples Experiment: Sauge ich an einem Trinkhalm bis er voll Wasser ist und verschließe das obere Ende, dann läuft das Wasser nicht hinaus. Warum? Nun, die uns umgebende Luft drückt das Wasser hinein. Auf dem Mond, ohne Luftdruck, könnte man mit einem Trinkhalm nicht trinken und auch ein Staubsauger würde da nicht funktionieren. Dieser Sachverhalt führt uns zu der Frage, wie lang der Strohhalm den maximal sein darf – also: Wie viel Wasser kann der Luftdruck hochschieben?

Dazu habe für heute ich einen sehr, sehr, sehr langen Trinkhalm besorgt: Einen fünfzehn Meter langen Schlauch. Den haben wir mit Wasser gefüllt und vom Dach der Schule herabgelassen. Weil man Wasser so schlecht sieht uuund weil Ostern bevorsteht uuund weil ein bisschen Feenstaub und Glitzerzauber im Unterricht nie schaden kann, habe ich meiner jüngsten Tochter die „Anna & Elsa – Badefarbe“ gestohlen und mit in die Schule gebracht. Und eieiei… das Zeug färbt wie Sau! Hände, Arme, Boden – am Ende war alles zauberblau.

Draußen dann den Schlauch hängen lassen und man konnte (mit etwas gutem Willen) sehen, dass sich die blaue Wassersäule auf etwa 10 Metern eingepegelt hat.

Mit ein bisschen Rechnerei im Anschluss kamen wir letztlich auf rund 9800 kg/m² Gewicht auf unseren Schultern – das ist schon ziemlich nah dran.

Nun freue ich mich sehr auf die Ferien und erhoffe mir Erholung und Befriedigung durch das Abarbeiten meiner sehr, sehr langen Todo-Liste.
Bis dahin wünsche ich ein frohes Wochenende 🙂

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