Skype-Marathon. Mega. Mega. Mega!

Skype-Marathon. Mega. Mega. Mega!

Einmal im Jahr veranstaltet Microsoft ein weltweites „Skype-in-the-Classroom“-Event. Eine halbe Million Schülerinnen und Schüler aus über 100 Ländern machen sich an diesen zwei Tagen bereit, Grenzen zu überschreiten und miteinander in Kontakt zu treten. Ganz besonders in der heutigen Zeit empfinde ich das als ein Anliegen, das nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Das klang als Abenteuer nicht nur herausfordernd, sondern geradezu einschüchternd: Wie soll ich als kleiner Dorflehrer mit der Welt in Kontakt treten?

[An dieser Stelle eine Randnotiz: Dieses Blog dient neben der Unterhaltung und persönlichen Erinnerung auch dem Zweck zu zeigen: Wenn ich sowas kann, dann schafft das wirklich jeder!]

Seit ein paar Wochen sind wir „Microsoft Showcase Schule“ und das hat unter anderem zur Folge, dass ich via „Teams“ mit allen Showcase-Schulen rund um die Welt verbunden bin. „Teams“, das ist so etwas wie die professionelle Firmen-Variante von Whatsapp. In einer Chatgruppe mit also ungefähr einer Millionen Fachleuten habe ich mich in die Mitte gestellt, mich geräuspert und in gebrochenem Englisch gefragt, ob jemand mein Freund sein möchte.

Weil ich wirklich Respekt vor der Nummer habe und auch nicht um das Zusammenspiel von meinem Surface, Beamer, Bluetooth-Boxen und der schuleigenen Internetverbindung wusste, war ich wirklich mega-nervös. Außerdem muss dann ja auch noch die Klasse vorbereitet und beaufsichtigt werden.
Mit einer wunderbaren Kollegin (die sich meinen Quatsch in einer beneidenswerten Seelenruhe anhören kann) startete die Planung letzte Woche. Kontakte geknüpft, Mails geschrieben und bis zur letzten Minute Absprachen getroffen.

Viel Zeit nahmen wir uns, unsere Schülerinnen und Schüler zu briefen: Bei einem solchen Event repräsentieren sie nicht nur unsere Schule, sondern auch unser Land. Respekt. Anstand. Höflichkeit. Alles Dinge, die man mit einer siebten Klasse verbinden kann. Kann. 😉

Mit meinem Kollegen am anderen Ende der Leitung hatten wir uns zu einem „Mystery-Skype“ verabredet: Weder wussten unsere Schüler, woher die anderen kommen, noch wussten die selbiges von uns. Mit vorher ausgedachten Ja-Nein-Fragen wurde dann erforscht und gemutmaßt, woher man den käme. „Is your country next to an ocean?“ „Do you have to pay for the school?“
Als am Ende das richtige Land genannt wurde (Portugal), gab es großen Jubel auf beiden Seiten der Leitung. Weitere Fragen wurden gestellt („Who is your favourite national soccer player?“ „At what time does the school day start in Germany?“).

Die ganze Aktion hat unfassbar großen Spaß gemacht. Nicht nur uns Lehrern, auch das Feedback der Schüler war ausnahmslos positiv. Der Grundgedanke – die Welt ein Stück weit kennenlernen, den eigenen Horizont zu erweitern – war durchaus präsent. Vielleicht ist dem ein oder anderen sogar etwas deutlicher geworden, dass man Englisch nicht nur lernt, weil es im Englischbuch steht oder weil die nächste Klassenarbeit ansteht.

Das will und muss wiederholt werden. Mein Traum wäre, dass wir als Schule überall Partner in aller Welt haben. Dass es für unsere Schülerinnen und Schüler ein Stück weit normal ist, die ganze Welt einzuladen und auszufragen. Und das fremdsprachlicher aller Unterricht soweit geöffnet wird, dass er mit anderen Ländern und Sprachen stattfindet und nicht über sie.

Lehrersein macht an vielen Tagen Spaß. Aber an solchen ganz besonders!

3 Replies to “Skype-Marathon. Mega. Mega. Mega!”

  1. Klasse Aktion, Jan, Glückwunsch! Ich bin sicher, dass deine Schülerinnen und Schüler das nicht so schnell vergessen werden. Freue mich sehr, dass es gut geklappt hat!

  2. Hallöchen,

    eine echt tolle Aktion und hätte mir als Schüler bestimmt damals auch sehr gefallen. Man liest direkt aus deinem Beitrag heraus, dass es dir eine Freude war ihnen diese Erfahrung zu ermöglichen.

    Viele Grüße
    Abigail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.