Tabletschule im Aufbau #1

Seit Monaten machen wir uns an unserer Schule Gedanken über die Digitalisierung. Wir lesen und hospitieren, reisen durch die Lande und interviewen andere Macher, Denker und Planer. Wir studieren Konzepte und passen sie an, diskutieren verschiedene Ideen und sprechen mit der Stadt, der Bezirksregierung und – natürlich – viel auch innerhalb des Kollegiums.

Aus zwei Gründen erachte ich diese Reihe neuer Blog-Artikel als sinnvoll:
Zum einen weiß ich um meine eigene Vergesslichkeit. Wenn ich in drei Jahren versuche, den Ablauf zu reflektieren, werde ich mich nicht mehr an Details erinnern. Was wir wann wie gemacht haben – schon jetzt verschwimmen die vielen Informationen.
Außerdem befinden sich überall Schulen und Kolleg*Innen in einer ähnlichen Position: Man möchte aufbrechen, man hört hier und da von Tabletklassen aber ist selbst noch nicht gestartet.

Mir hat der Austausch enorm geholfen – ich profitiere davon, dass andere den Weg schon gegangen sind und ich möchte hier einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, anderen Denkanstöße zu geben und zu illustrieren, wie der Weg unserer Schule aussieht (bzw. für den zukünftigen Leser ausgesehen hat).

Unser Ausgangspunkt

Wir sind eine Gesamtschule im Aufbau, eingeklemmt zwischen zwei Gymnasien in relativer Nähe. Als Schule im Aufbau haben wir noch den enormen Vorteil, agil und wendig zu sein: Veränderungen können schnell herbeigeführt, ausgewertet und verbessert werden. Einführung einer Lernzeit? Wird sofort umgesetzt und ununterbrochen reflektiert. Müssen wir etwas ändern, wird es geändert. Solche Dinge halt.

Unser Standort bedingt, dass wir ein Profil brauchen. Dies könnte ein naturwissenschaftliches sein oder ein sprachliches und wird auch ein wenig davon beeinflusst, wie sich die Schulen in unserer Umgebung darstellen: Für drei naturwissenschaftlich herausragende Schulen gibt es gar nicht genug Schüler.
Letztlich haben wir uns dazu entschieden, „digitale Schule“ zu werden. Aus der Überzeugung heraus, dass, wie Angela Merkel es ausdrückte, „alles, was digitalisierbar ist, wird auch digitialisiert“. Als Schule im Aufbau davor die Augen zu verschließen, wäre fahrlässig und gerade jetzt, wo wir noch klein und agil sind, können wir viele Veränderungen eleganter herbeiführen, als später als „Supertanker“ mit 100 Lehrerinnen und Lehrern.

Erste Schritte

Im Herbst letzten Jahres – wir haben die Klassenstufen 5, 6 und 7 – begannen wir mit den ersten Schritten: Wir interviewten Lehrer*innen von Schulen mit Tabletklassen und gingen auf Fortbildungen. Wir sammelten alles an Informationen über verschiedene Ansätze und Modelle: iPad oder ChromeOS oder Windows? Welche Konzepte existieren an den Schulen? Wozu wollen wir das überhaupt? Wozu wollten das die anderen? Wie kann sich Unterricht verändern, wenn man solche Werkzeuge an die Hand bekommt? Und wie können wir uns als Lehrer befähigen, damit umzugehen?

Außerdem schufen wir in unserer Schule die Voraussetzungen, digital zu arbeiten: An die Stelle von WhatsApp-Gruppen und Massenmails ist „Microsoft Teams“ getreten und das gesamte Kollegium nutzt ein gemeinsames OneNote Notizbuch um Informationen auszutauschen: Ein Blick ins Notizbuch verrät, ob die Englisch-Fachschaft Lautsprecher im Etat eingeplant hat oder dass am 30.2. das Sekretariat nicht besetzt ist.

[…Fortsetzung folgt, wenn gewünscht]

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