Viel Arbeit. Noch mehr Spaß.

Ich hatte ursprünglich so ein wenig die Hoffnung, dass die Zeit nach Schulbeginn deutlich entspannter wird. Nach dem Organisieren des neuen Schuljahres, der Einschulung der neuen 5ern und der Klassenfahrt hatte ich mich auf Routine und etwas Zeit zum Atemholen gefreut.

Leider – oder zum Glück? – ist es anders.

Zahlreiche Termine und Projekte beschäftigen mich. Elterngespräche, zugezogene und weggezogene Schüler und natürlich die Schulentwicklung. Himmel! Das macht Spaß! Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, an einer „fertig“ ausgebauten Schule zu arbeiten. Mittags lasse ich mit Kollegen Gedankenspiele durchlaufen zu zukünftigen Schulbausteinen.
Eine Idee, die mich seit Jahren beschäftigt hat, ist die „Woche der Herausforderung“. Als ich vor einigen Jahren beim excitingEDU in Berlin eingeladen war, begegnete mir an der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule das Konzept einer „selbst organisierten“ Klassenfahrt. Die Schülerinnen und Schüler planen ihre Abschlussfahrt komplett selbstständig und ohne große Beteiligung der Lehrer. Der Gedanke daran fasziniert mich und an einer Schule zu arbeiten, wo solche Dinge vielleicht auch möglich sind, ist elektrisierend!

Gerne würde ich auch berichten, wie sich unsere Tabletklassen schlagen, aber das würde die Systematik der Reihe durcheinanderbringen und meine Anekdoten lassen ja schon durchblicken, dass das ganze gut läuft. Inzwischen erhalten wir mehr und mehr Hospitationsanfragen von anderen Schulen: „Was habt ihr gemacht? Wie habt ihr das gemacht? Können wir mal zusehen?“
Das ist ganz wunderbar und erinnert uns daran, dass wir im letzten Schuljahr die gleiche Reise angetreten haben. Unsere Türen sind nach wie vor offen und alle sind eingeladen (diesbezüglich kündigt sich ein ganz, ganz gewaltiges Projekt zaghaft an – schon der Gedanke daran sorgt für Herzrasen – mehr dazu aber später).

Mit Kollege Riza Kara arbeite ich nebenher an zwei neuen Büchern – eines wird im Fach Hauswirtschaft verankert sein und im zweiten beschäftigen wir uns mit „Wetter & Klima“. (Interessante Anekdote in diesem Zusammenhang: Meine große Tochter hat an der „Streiken fürs Klima“-Demo letzte Woche teilgenommen und ihr wurde dafür ein Gespräch mit der Schulleitung „angedroht“. Ich bin etwas neugierig, was dabei herauskommt…).
Außerdem arbeite ich, zusammen mit einem Kollegen aus Puerto Rico,  intensiv an einer spanischen Fassung von „Die Physik von Hollywood„. Die wird noch mehr Aufgaben beinhalten, noch aktuellere Filme und streift das Gebiet der Quantenphysik zart. Da gerate ich bei den Berechnungen dann doch ins Schwitzen. Aber, na klar, es ist abgefahren spannend!
Wir hoffen, alle drei Bücher in Richtung Ende Oktober publizieren zu können – ich zähle auf die Herbstferien.

Außerdem: Habe „Das Institut“ von Stephen King gehört. Meine Güte! Hat mir zwischendurch Albträume beschert, obwohl es weder Geister noch Monster beinhaltet. Zumindest keine übernatürlichen Monster. Schrecklich und doch, wie so oft bei King, schrecklich nah an der gesellschaftlichen Realität. Mehr als einmal hat man die Konzentrationslager der Nazis vor Augen. Um den Kopf wieder klar zu bekommen, widme ich mich aktuell Richard Feynmans Leben und – wenn ich anschließend noch Lust habe – seinen Vorlesungen. Ich erinnere mich, seine Bücher als Jugendlicher verschlungen zu haben, kann mich aber nur spärlich an den Inhalt erinnern.

Vorher aber – und noch viel wichtiger – steht aber der fünfte Geburtstag meiner Jüngsten an. So viel Glück. So viel Energie. So viele Träume. So viel Geplapper.

 

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