Herbstfazit.

Der Herbst ist einfach nicht so meine Jahreszeit.

Im Frühherbst sind alle Kinder noch neu oder erholt an den Schulen und das Jahr beginnt schön. Nach den Herbstferien aber lässt bei vielen die Leistung ebenso nach, wie das Benehmen. Die Fünfer sind jetzt nicht mehr „die Neuen“ und reiben sich mit den älteren Schülern, die das nicht auf sich sitzen lassen wollen. Außerdem haben Einzelne mittlerweile so viele Einträge gesammelt, dass erzieherische Gespräche durch den Klassenlehrer nicht mehr ausreichen und in nächster Instanz auch die Abteilungsleitung eingeschalten wird.

Außerdem stehen die Organisation des Weihnachtsfestes für den Dezember und den Tag der offenen Tür im Januar an. Sehr viele Absprachen, sehr viele Stunden in der Schule und auch gedanklich bis in den späten Abend. Was regelt man wie? Dadurch, dass wir Schule im Aufbau sind, gibt es kein „einfach wie letztes Jahr“, denn jedes Jahr ist größer und so gesehen das erste Jahr.

Ich merke, dass die Qualität meines Unterricht unter meiner Schulleitungstätigkeit leidet. Mir fehlt aktuell die Energie für kreative Projekte und revolutionäre Unterrichtskonzepte. Die Kinder verzeihen mir das. Wenn die Beziehungsebene stimmt, können Schüler auch mit schlechtem Unterricht leben und mit meinen Klassen komme ich ganz gut klar. Aber Spektakuläres? Zu oft drehen sich meine Gedanken um Teamsitzungen und Konferenzen. Nach der Besprechung ist vor der Besprechung. Perspektivisch wird das bis Februar so bleiben. Mehr so Unterricht aus der Konserve.

Ich merke das daran, dass ich wenig Ideen für wilde Projekte habe und noch weniger Energie, sie zu verfolgen. Das ärgert mich und darf auch kein Dauerzustand bleiben.

Entspannung sind dagegen die regelmäßigen Schachpartien gegen meine Tochter. Es wird wenig gesprochen, es herrscht eine entspannte Atmosphäre und am Ende lässt sie mich freundlicherweise gewinnen. Wunderbar.

Auch die Kleine bereitet uns Freude. Sie zählt ein wenig die Tage, bis sie endlich in die Schule darf und malt sich aus, mit wem sie unbedingt in eine Klasse möchte. Wir tun alles, um diese Freude zu füttern und anzuheizen. Ich glaube nach wie vor, dass Kinder, die gerne in die Schule gehen, deutlich besser und leichter lernen, als solche, die sich hinmühen.

Donnerstag geht es dann auf eine Beerdigung. Das wird richtig weh tun.

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