Heute war ein ganz besonderer Tag für mich – eine Staffelübergabe.

Blick zurück:
Vor fast acht Jahren (an meiner ersten Schule, die immer auch ein bisschen meine erste Liebe bleiben wird), hat mich eine 7. Klasse so sehr mit ihrem Fußball-Gequatsche genervt, dass wir uns schließlich als Nachwuchs-Reporter beim DFB beworben haben. Ein Team kam zu uns an die Schule, die Schülerinnen und Schüler durften in das offizielle Maskottchen-Kostüm schlüpfen und es wurde ein kleiner Image-Film gedreht. (Blogartikel)

Vor mehr als sieben Jahren unterrichte ich in der gleichen Klasse Mathematik. Ich lasse sie an einer Aufgabe knobeln und als ich die Lösung an der Tafel besprechen möchte, verlassen einige Schülerinnen und Schüler den Raum, um im Gang eigenständig weiter zu arbeiten. „Vom Zuschauen lernen wir nichts!“ (Blogartikel)

Vor etwa fünf Jahren bin ich, zu ihrem (ersten) Schulabschluss nach der 10. Klasse mit der ganzen Gruppe zu einem Länderspiel gefahren. Einer der Schüler hatte einen großen Kuchen samt Lieblings-Kuchenmesser seiner Oma dabei und sinnierte die ganze Fahrt über, ob er es besser in seiner Buxe oder in den Schuhen verstecken wolle und vergrub es anschließend vor dem Stadion. (Blogartikel)

Heute:
Meine Mathematikstunde gebe ich heute guten Gewissens an eine Praktikantin ab. Eine junge Frau die, man ahnt es, vor wenigen Jahren noch eine Schülerin in jener Klasse gewesen ist. Jemand, den ich über einige Jahre begleiten durfte. Den ich antreiben und motivieren und ärgern und unterstützen durfte.
Und als ich heute hinten im Klassenraum saß und jener jungen Frau bei ihrer allerersten Stunde in diesem neuen Lebensabschnitt zusah, wurde mir einmal mehr bewusst, welch großes Glück ich habe.

Nicht nur, dass ich mein Leben lang mit jungen Menschen arbeiten darf, ein paar von ihnen sind gekommen, um zu bleiben.