Die Carrera-Bahn der erwachsenen ist technisches Spielzeug. Wenn ich mich auch mit großen Neuanschaffungen zurückhalte, bleiben Neugier & Spieltrieb erhalten: Seit einigen Tagen nutze ich aus Gründen einen neuen Eingabestift für mein Tablet und bin beglückt.

Vom nicht benutzten iPad Pro

Vor bald anderthalb Jahren habe ich mir ein iPad Pro für einige Monate geliehen. Nicht, weil ich es brauche, sondern weil mich die Werbung glauben ließ lässt, dass das Leben mit besser ist, als ohne. Einem Fazit nach drei Wochen folgte ein ernüchtertes zweites nach fünf und dem Fazit: Für meinen Workflow ist das Ding überflüssig.

Und obwohl ich um den Einfluss von Werbetricks weiß und obwohl das iPad in 3 Monaten auf subsummiert nur 8 Stunden Nutzung kam und obwohl es in meinem Alltag nach wie vor keinen Verwendungszweck hätte – spiele ich noch heute mit dem Gedanken, mir eines anzuschaffen. Nur zum spielen.

Ist natürlich Quatsch und an zwei von drei Tagen weiß ich das auch.

..zum wenig gebrauchten Galaxy Tab S6

Tab S6Schließlich habe ich auch noch ein Samsung Galaxy Tab S6 hier liegen, den Vorgänger der aktuellen Generation.

Das Gerät ist leicht, android-typisch flexibel anpassbar und – für mich relevant – mit einem Stift zu bedienen. In der Praxis nutze ich darauf vor allem den RSS-Reader Palabre (um alle möglichen Blogs und Webseiten zu lesen), Play Books (um mit meiner Tochter abends gemeinsam im neuen Olchi-Buch zu schmökern) und OneNote & Tasks um produktiv zu arbeiten, dazu Civilization 6 als einziges Spiel.

Freud & Leid beim Eingabestift

Etwas, das mich bei Samsung seit jeher gestört und neidisch zu Apple herüberblinzeln hat lassen, ist der S Pen. Zu klein, zu dünn – irgendwie wie ein kleines, plattgedrücktes Ästchen fühlt der sich an. Das ist nix für mich. Und während ich das bei der Galaxy Note Reihe noch nachvollziehen kann, wo man die Stifte im Smartphone verstauen muss, erscheint mir das bei den Tablets eher nervig.

Samsung EingabestifteUm Abhilfe zu schaffen, habe ich lange Zeit gesucht (aber keine passenden Suchbegriffe gehabt) und bin nun endlich fündig geworden: Die Firma Lamy bietet nicht nur einen Eingabestift für die Samsung Tablets an, er sieht auch noch genauso aus wie mein Korrekturfüller! (Amazon-Link)

Das gefällt auf den ersten Blick.

Noch mehr gefällt mir das Schreibgefühl: Der Eingabestift liegt gut in der Hand, ist etwa so leicht wie ein normaler Füller ohne Patrone und fließt butterweich über den Bildschirm. Austauschbare Spitzen und batterieloser Betrieb – Herz, was willst du mehr? Wenn es jetzt noch für das Surface auch so einen Stift gäbe, wäre mein Lehrerherz vollends zufrieden.

Auf dem Bild v.l.n.r. der Eingabestift das Tab S3, der des Tab S6 und der Lamy.

EingabestiftRecht unscheinbar verbaut aber in Finger-Reichweite ist die Stifttaste – meist zum aktivieren des Radiergummis. Letztlich ist das alles natürlich Spielerei: Mit dem alten Ästchen Eingabestift konnte man auch schreiben. Aber ich habe ja schon beim iPad gelernt, dass Menschen ihren Gefühlen folgen und das Gefühl mit dem neuen Eingabestift ist, als wäre es ein ganz neues Gerät…

Vielleicht schaffe ich es jetzt auch, ein paar Tage länger dem Drang zu widerstehen, mir das Galaxy Fold zuzulegen.