Noch drei Tage bis zu den Osterferien. Drei Tage, die bis obenhin gepackt sind mit Terminen. Da ist es wichtig, Oasen zu schaffen, Zeiten und Räume zum Innehalten und Kraft tanken.

So, wie es gerade aussieht, gehen wir in Deutschland in die Osterferien, ohne einen Plan für die Zeit danach. Obwohl, wie es Matthias Förtsch ausdrückt, wir weniger gehen, als vielmehr schleppen. „Fahren auf Sicht“ hat man das zu Beginn genannt und es wird immer deutlicher, dass diese Strategie unbefriedigend ist.

In dieser Zeit halte ich immer wieder inne und versuche Räume und Zeiten zum auftanken zu schaffen.

Oasen im Beruf

Meine Kollegium hat eine (anonym gehaltene) Spende über viele hundert Euro erhalten, die mit dem Zweck verbunden ist, die Lebensqualität der Lehrer:innen am Arbeitsplatz zu erhöhen.

Oasen in der Schule

Als Schule im Aufbau sind wir ständigem Wechsel und Umbau unterzogen und Corona hat ihr übriges getan, um Sand ins Getriebe des Alltags zu streuen – aber mittlerweile gibt es einen perfekt gelegenen Raum der zukünftig eine Mischung aus Chill-Area, Ruhe-Raum und Wellnessoase bieten wird. Kein Arbeitsplatz (die werden künftig vielleicht an anderer, ruhigerer Stelle entstehen) – mehr ein Ort der Begegnung, des Kaffeetrinkens und Gelächters.

Es fehlen noch Möbel, Deko, Bilder – aber schon jetzt lässt sich erahnen, dass das was geben wird. (Auf dem Foto der Fernseher für die zukünftige Bundesliga-Übertragung – so lässt sich nächstes Jahr auch Samstagsunterricht aushalten, hrhr).

Eine Oase am Arbeitsplatz1.

Oasen in der Familie

Wir haben ein paar familiäre Rituale, die uns sehr kostbar sind. Freitags ist Kinotag mit Beamer und Popcorn. Samstags ist Vor-Lesetag und immer Sonntags kocht unsere wunderbare große Tochter für uns.

Israelische Hummus BowlDiesen Sonntag: Israelische Hummus-Bowl. Das hat unglaublich gut geschmeckt (und ein Blick auf das Foto lässt erahnen, weshalb ich Instagram vermisst habe) aber noch mehr als die geschmackliche Reise mit Sesamauberginen und Baharat-Linsen ist es das Ritual, was mich dieses Essen genießen lässt:

Zu sehen, wie meine fünfzehnjährige Tochter durch die Küche fegt. Singt, lacht, flucht, schimpft, in Panik gerät und sich am Ende über das Ergebnis freut.

Ich liebe Sonntage.

Oasen im Grünen

BachUnd zuletzt: Der Frühling naht und viel Unkraut will entfernt werden. Obwohl: Es will nicht. Ganz im Gegenteil.

Mit den Kindern einen alten, verwachsenen Torbogen zerschlagen und zersägt und entsorgt. Außerdem mit meiner Frau über die Gartenplanung gesprochen und (vergeblich) versucht, ihre verrückten Pläne höflich, aber bestimmt abzuschmettern.

Meine Mittlere will ihr Klettergerüst im Garten zu einem Piratenschiff umbauen. Seit Wochen plant sie akribische Details („Papa, es gibt doch auch rosafarbene Piratenschiffe, oder?“) und wir haben eine gefühlte Ewigkeit am Bach unten im Garten damit verbracht, den Bau eines gewaltigen Damms zu planen, um das Tal zu überschwemmen und mit dem Piratenschiff in See stechen zu können.

Oasen. Kostbare Momente und Räume die mir gut tun.


1: Meine großartige Schule stellt unentwegt ein. Und im Unterschied zu anderen Bundesländern kann man sich in NRW auch initiativ bewerben.

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3 Gedanken zu „Oasen während der Pandemie schaffen“

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