Vergangene Woche erstellte ich einen Schulplaner (eine Art Hausaufgabenheft) mit PowerPoint und bot an, bei Interesse kleinschrittig zu erklären, wie man ein solches Template erstellt. 

Was ist ein Schulplaner?

Ein Schulplaner hilft den Schüler:innen, die kommende Woche strukturiert anzugehen (Wann bearbeite ich welche Wochenplanaufgaben?), die Arbeit der vergangenen Woche zu reflektieren und eigene Ziele zu formulieren.

Eine Variante, wie solch ein Lern- oder Schulplaner aussehen kann ist folgende:

LernplanerNutzt ein Kind ein iPad/Surface/Tablet im Unterricht, kann es auf einer Vorlage wie dieser eine Art Logbuch über die eigenen Aktivitäten führen.

Der Vorteil einer Erstellung mit PowerPoint besteht darin, dass sich praktisch jeder mit PowerPoint auskennt: Eine solche Vorlage kann jeder nutzen, um sie auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen um sie z.B. in ein Bullet Journal umzuwandeln. Wie das geht, das erkläre ich heute.

Grundstruktur des Schulplaners festlegen

Zunächst einmal starten wir PowerPoint. Unter dem Reiter Entwurf – Foliengröße legen wir die Maße der Präsentationsfolie auf A3 (bzw. A4) im Querformat fest. Ich arbeite lieber etwas größer, als kleiner und schrumpfe dann später beim Druck.

Danach folgt eine vertikale Linie, die das Blatt halbiert und uns die beiden Seiten des Buches anzeigt.

Grundstruktur

Ich spiele gerne mit Schriftarten. Viele kostenlose findet man an dieser Stelle. Unter Windows einfach eine passende Schriftart herunterladen und ausführen – sie installiert sich dann von alleine im System. Startet man PowerPoint neu, kann man sie auswählen.

Die Felder sind eine Kombination aus simplen Formen (Einfügen – Form – Rechteck bzw. Linie) und Textfeldern. Dabei nutze ich intensiv die Copy-Funktion: Ich erstelle nur eine Linie und kopiere sie dann mit STRG+C – STRG+V oder aber (in PowerPoint noch einfacher): Man hält die STRG-Taste gedrückt, klickt auf eine Linie und zieht sie nach unten. Dadurch entsteht direkt eine Kopie.

Unter „Anordnen“ sorge ich dafür, dass die Linien linksbündig und vertikal verteilt sind, damit es keine unterschiedlichen Abstände gibt.

Die Kästchen gestalte ich gerne im Comic-Stil. Es sieht nicht so klinisch aus und wirkt freundlicher auf mich. Quasi gekonnt unordentlich. Das geht in Office 365 über die Linienart: Gruppe Farbe; gestrichelt; skizziert

Ist der Montag fertig, markiere ich alle Elemente und gruppiere sie. Danach kopiere ich den Montag und mache daraus binnen weniger Mausklicks die restlichen Tage.

Skeuomorphismus: Die Ringbuchbindung

Danach widme ich mich der Ringbuchbindung. Erneut erzeuge ich nur ein einziges Paar: Einfügen –> Form –> Rechteck. Bei gedrückter SHIFT-Taste bleiben die Formen symmetrisch, d.h. aus dem Rechteck wird automatisch ein Quadrat.  Dazu zwei schmale Rechtecke, die ich dergestalt einfärbe, dass sie nach unten hin dunkler werden: Fülleffekt – Farbverlauf.

RingbuchErneut werden die Elemente „horizontal verteilt“ und gruppiert, damit nichts schief aussieht.

Im nächsten Schritt kopiere ich dieses eine Element mit STRG+C und STRG+V einige Male und achte dabei nicht auf die Ausrichtung. Einfach wild reinkopieren.

Dann nehme ich das unterste Ringbuchelement und schiebe es unten an jene Stelle, wo das letzte Element zukünftig sitzen soll. Zum Schluss markiere ich (STRG-Taste gedrückt halten) alle Ringbuchelemente und sortiere sie über Ausrichten – linksbündig und Ausrichten – vertikal verteilen.

Sind es genug, bleibt es so – sind es noch zu wenige Elemente, wiederhole ich den Vorgang, bis unser Buch nun so aussieht:

LernplanerAlle Ring-Elemente werden am Schluss gruppiert, damit sie nicht mehr einzeln herumschwirren können.

Reduzierte Oberfläche. Gar nicht schlecht für den Anfang. Nun haben wir Zeit für den Design-Anteil.

Mit dem Auswahlbereich arbeiten

Ein hilfreiches Werkzeug unter PowerPoint ist der Auswahlbereich.

AuswahlbereichRechterhand werden nun alle Elemente angezeigt, die sich auf der Folie befinden. Die Reihenfolge entspricht dabei auch der „Höhe“: Elemente, die in der Liste oben sind, verdecken Elemente von weiter unten.

Ein Klick auf das „Auge“ lässt mich Elemente ausblenden und ungestört arbeiten. So kann ich bspw. die Wochentage nun ausblenden. Aber Vorsicht: Wenn man vergisst, sie später wieder einzublenden, werden sie auch nicht gedruckt.

Wie man eine Schulplaner-Vorlage in PowerPoint erstellt. (Teil 1) 1Ich füge graue Seiten in Form von Rechtecken ein. Erst die vorderste Seite, deren Maße ich abpasse (etwas kleiner als mein A3 Blatt). Anschließend drei bis fünf Seiten, die ich dahinterlege (Auswahlbereich!), unten jeweils etwas kleiner mache und weiter nach außen schiebe. Dadurch entsteht der visuelle Eindruck eines aufgeschlagenen Buches.

Außerdem gebe ich jedem Element einen automatischen Schatten (der mir aber noch nicht gefällt).

Die Beringung fertigstellen

Wie man eine Schulplaner-Vorlage in PowerPoint erstellt. (Teil 1) 2Ich widme mich nochmal der Beringung. Zunächst erstelle ich ein dunkelgraues, langes Rechteck, welches genau die Falzmitte des Buches darstellt. Über „Ebene nach hinten schrieben“ lege ich das Rechteck hinter die Ringe.

Der Übergang ist jedoch arg grob und erzeugt keinen Eindruck von Tiefe.

Ich füge rechts davon ein weiteres Rechteck ein, das von oben bis unten reicht und ein Stück weiter als die schwarzen Quadrate reicht. Dieses Rechteck wird zunächst hinter diese Quadrate geschoben.

Bei PowerPoint haben eingefügte Elemente oft erstmal eine dunkelblaue Farbe und an dieser Stelle setzen wir an.

Wie man eine Schulplaner-Vorlage in PowerPoint erstellt. (Teil 1) 3

Über Rechtsklick – Formoptionen lässt sich das Rechteck mit einem Farbverlauf einfärben. Dabei entspricht links (zur Buchmitte) dem gleichen Dunkelgrau, wie unsere Falz und rechts dagegen wird es heller und transparenter.

Es entsteht der Eindruck von Krümmung und Tiefe.

Für die linke Seite des Buches müssen wir das aber nicht nochmal machen. Einfach das gerade erstellte Rechteck kopieren und im Menü oben vertikal spiegeln. Fertig.

So sieht der Schulplaner nun aus:

Wie man eine Schulplaner-Vorlage in PowerPoint erstellt. (Teil 1) 4

Etwas Zauberei: Gekrümmte Schatten.

Obwohl das im Gesamtbild nur als unwichtiges Detail erscheint, ist unser Gehirn darauf programmiert, Raum und Tiefe zu erkennen. Im Augenblick sehen die Seiten aus wie gebügelte, zweidimensionale Flächen und eine Krümmung in der echten Welt hätte auch gekrümmte Schatten zur Folge.

Das ist der Punkt, an dem ein professionelles Fotoprogramm deutlich schneller und genauer arbeitet, als PowerPoint. Nur: PowerPoint beherrsche ich und nur um ein paar blöde Schatten zu erlernen, will ich keine Stunden in den Umgang mit Affinity Designer investieren.

Zum Glück gehts auch hier, wenn auch etwas tricky:

Wie sehen denn Schatten aus?

Ein kleines Taschenbuch wirft am Rand und in der Falz nur einen kleinen Schatten, dagegen wölben sich die Seitenmitten nach oben und werfen einen langen Schatten.

Ein großes Buch, bspw. ein Kochbuch, wirft einen großen Schatten an der Falz, dann fallen die Seiten flach ab und evtl. gibt es Eselsohren links und rechts, die wieder für einen großen Schatten Sorgen.

Ich mag die Kochbuchvariante.

Dazu zeichne ich unter den Schulplaner ein grobes, flach gezogenes Dreieck in grau und arbeite dann mit der Funktion „weiche Kanten.“

Im Screenshot habe ich die verschiedenen Stufen mehrfach drin:

Wie man eine Schulplaner-Vorlage in PowerPoint erstellt. (Teil 1) 5

Ganz unten das in die länge gezogene Dreieck. Darüber das gleiche Dreieck, aber mit „weichen Kanten“. Im letzten Schritt schiebe ich die Form unter die Buchseite und kopiere (und spiegle) ihn für die Falz und die linke Buchseite.

Im Kopf entsteht der Eindruck eines durchgebogenen Buches.

Spielerei: Registerkarten

Zu guter Letzt folgt noch etwas skeuomorphe Spielerei: Links und oben füge ich ein paar Registerkarten ein: Einfügen – Form – abgerundetes Rechteck. Dabei arbeite ich gerne mit sanften Pastelfarben und Schatten – die Register sind nur Schmuck und sollen nicht durch Signalfarben ins Auge stechen und den Betrachter ablenken. Wer ein echtes Spielkind und detailversessen ist, legt ein oder zwei Seiten hinter die oberste Registerkarte und erzeugt dadurch noch mehr räumliche Tiefe: August und September werden von einer Seite getrennt.

Wie man eine Schulplaner-Vorlage in PowerPoint erstellt. (Teil 1) 6

Wie immer erzeuge nicht nur eine Registerkarte ordentlich und kopiere sie dann mehrfach.

Damit zwölf Monate perfekt auf eine Seite passen, erstelle ich zwölf Rechtecke und setze das oberste und das unterste perfekt. Den Rest über linksbündig und vertikal verteilen. Dann habe ich entweder noch Lücken zwischen den Elementen, weil sie zu klein sind, oder sie überlappen sich, wenn sie zu groß sind. Markiere ich alle gleichzeitig und ändere die Höhe von einem Element geringfügig, werden auch die anderen elf Elemente verändert. Wieder vertikal verteilen. Nach zwei bis drei Versuchen passt das.

Fazit 1: Fast fertig.

Damit ist unser Schulplaner fast fertig.

SchulplanerAuf den ersten Blick ein dreidimensionales, sauber gestaltetes Element eines echten Schulplaners.

Für mich noch etwas zu grau. Und wie man geschickt und mit wenig Aufwand etwas Kunst einfließen lässt, beschreibe ich im nächsten Teil.