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Keine Küche, 1 Ehekrise und 6 Wochen Müsliriegel

Seit Jahren schon planen meine Frau und ich, unsere Küche zu erneuern und nach vielen langweiligen Beratungen, bei denen ich mehr geschlafen als aufgepasst habe, soll sie Ende April nun kommen. Das ganze ist mit größeren Umbaumaßnahmen verbunden: Die weißen Fußbodenfliesen müssen raus und die Vorbesitzer haben uns einen künstlerischen Rauputz hinterlassen, der, nunja, „künstlerisch“ ist – und weg kann.

KücheVor der neuen Küche also Umbaumaßnahmen und vor den Umbaumaßnahmen muss die alte Küche raus. Damit das rechtzeitig passiert, habe ich sie bei ebay Kleinanzeigen eingestellt. Lieber einer Woche zu früh als eine Woche zu spät und ich muss sie in den Garten stellen oder so.

Neben allerlei „ebay Kleinanzeigen“-Perlen meldete sich eine Frau, die die Küche für eine ukrainische Familie haben wollte, die sie unterstützen wollten. Ob da noch was am Preis ginge. Das erschien mir ein hehrer Zweck – so es diese Familie denn wirklich gäbe. Man würde sich schon einig. – Ob man sich die Küche ansehen könne – Ja, klar, morgen, Dienstag, 16:30 Uhr wäre gut.

Der Dienstag kam und mit ihm eine Konferenz, die bis 16:20 Uhr ging. Und erst, als ich zum Auto schlenderte, fiel mir der Termin mit der Küche ein. Und noch etwas fiel mir ein.

Ich hatte meiner Frau nicht Bescheid gesagt.

Hastig rief ich zu Hause an. Gab Bescheid. Entschuldigte mich vielmals. Ja, die kämen in 5 Minuten. Uh.. sorry.

Zwei Minuten später rief meine Frau zurück.

Ein großer Van mit noch größerem Hänger stünde in der Auffahrt – ob die die Küche etwa direkt mitnehmen wollten??? – Auf keinen Fall! Das wäre mir doch nicht entgangen!

Hastig ging ich die Emails durch und – tatsächlich: „Wenn das ok ist, würden wir sie direkt mitnehmen.“

F*ck. Kühlschrank voll. Alle Schubladen voll. Töpfe, Pfannen, Gläser, Besteck. Kruscht. Ich meine, wir leben ja noch mit der Küche.

Oder besser: Wir lebten.
Denn das Team von vier Leuten hat sie komplett mitgenommen. Innerhalb von zwei Stunden alles professionell demontiert und bis auf die letzte Schraube alles eingepackt.

„Wie denn das mit dem Preis jetzt wäre“, fragte mich der wirklich freundliche Käufer. „Sie sagen mir einen Preis, dann halbiere ich ihn. Und wir haben beide ein gutes Gefühl.“

Und so war es auch.

Und jetzt leben wir noch sechs Wochen auf dem Küchenboden von Müsliriegeln und meine Frau reibt mir täglich unter die Nase, was für eine Pfeife ich doch bin. „In guten, wie in schlechten Zeiten, sage ich der Frau Pastorin dann.

4 Gedanken zu „Keine Küche, 1 Ehekrise und 6 Wochen Müsliriegel“

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  3. ,.. naja nicht umsonst heißt es „wie in schlechten Zeiten“.
    Diese Zeiten müssen ja auch mal auftauchen um einfach die Bindung zwischen Eheleuten „zu testen“. Ich meine, im höherem Alter hat man sich selber, den Kinder oder besonders den Enkelkindern lustige Geschichten zu erzählen 😀

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