Erste Hilfe

2014-06-12 14.37.37Nach einem Unfall samt gebrochenem Arm an unserer Schule sprachen mich zwei Schülerinnen an, ob wir als Klasse nicht mal einen 1. Hilfe Kurs machen könnten.
Sie, die Schüler, hätten gar nicht gewusst, wie man in der Situation richtig hätte reagieren können und sie fänden das wichtig, dass wir (gerade wir!) als Inklusionsklasse ein bisschen mehr Ahnung hätten.

Gesagt. Getan.

Freundlicherweise opferte ein ausgebildeter Kollege heute zwei Stunden seiner Zeit, um meiner Klasse eine Einführung in die 1. Hilfe zu bieten. Geübt wurde immer wieder und von jedem die stabile Seitenlage, das Unterschieben einer Decke und die Wundversorgung. Ausgelassen wurde (zum Bedauern der Jungs Zwinkerndes Smiley) die Wiederbelebung. Fröhlicher Abschluss war das Klassenfoto, auf dem alle Schüler in Verbände und Pflaster eingepackt in die Kamera winken.

2014-06-12 11.14.22-5Tatsächlich machen wir Lehrer (und Inklusionshelfer) uns im Bezug auf die Klassenfahrt intensiv Gedanken. Natürlich sind wir geschult. Und natürlich können wir eintreffende Ärzte im Notfall instruieren – gerade im Bezug auf meine Schüler mit Glasknochen. Und trotzdem ist es schön zu wissen, dass nun alle meine Schüler die Grundlagen der ersten Hilfe verinnerlicht haben. Solche Dinge stehen natürlich nicht im Lehrplan. Genau wie das Wechseln der Winterreifen sind sie nicht prüfungsrelevant und werden niemals im Abitur verlangt. Aber immer wieder muss Schule auch ein Ort sein, der mit dem echten Leben verknüpft ist.

Es ist ein Stück “erwachsenwerden”, auf dem wir Lehrer unsere Schüler begleiten dürfen, an dessen Ende das steht, was Frau Henner so treffend als “Tränenreichen Abschied” bezeichnet hat.

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11 Responses to Erste Hilfe

  1. Martina says:

    Ich setze noch „einiges am Fahrrad selbst reaparieren können“ mit auf die Liste, die wünschenswert wären…

  2. Friederike says:

    Wir mussten einen großen Erste Hilfe schein im Fachabi machen. wobei es daran lag, dass wir eben im Hauswirtschaftlichen bereich waren, und in der Küche viele Unfälle passieren können.

    Streichen hatten wir in der Sechsten Klasse, da wir ein Wettbewerb in der Schule hatten, wer die Schönste Klasse macht.
    Wir haben den letzten Platz gemacht, weil unsere Lehrerin bestimmt hat, und sie hat bestimmt, das unsere Klasse Operationshemden grün wird.

    den Rest hatte ich in der Fahrschule. (wobei das mit dem Reifenwechsel erst nach meiner Fahrschulzeit dran kam, als ich mein Auto für das Üben zur Verfügung gestellt habe. Ich werde nie vergesssen, wie mein Ehemaliger Fahrlehrer meinte, dass, das Rad nun leicht zu Lösen ist, und Kräftig dran ziehen musste, bis der klügere nachgab… das Auto)

    Dafür hatte ich in der Schule meinen Mofaschein gemacht, und weiß, wie man so n kleines Ding repariert 😀

  3. Jürgen says:

    Wir machen regelmäßig Kurse mit dem MHD in den 9. Klassen und denken über Schulsanitäter nach.

  4. Reader says:

    passt zwar nich ganz zum thema, aber:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/lehrer-als-job-gute-abiturienten-studieren-nicht-auf-lehramt-a-974339.html

    dabei hats mich dann doch ein wenig geschüttelt. Lehrer sind also alles die „Loser“ aus ihren Jahrgängen die Angst vor den Schülern haben oder so ähnlich…

  5. Sebastian Pfaff says:

    Die Uni Siegen hatte auch mal, in Kooperation mit dem DRK, ein Projekt um Lehramtsstudenten zu Erste-Hilfe-Ausbildern an Schulen zu machen.
    Leider laden uns nur wenige Schulen ein.

    • KC says:

      Ich find das richtig gut, dass an deiner Schule auf solche Schülerinitiativen eingegangen wird. Ich fand’s in meiner Schulzeit immer sehr frustrierend, dass Vorschläge, die die Schule nach vorne gebracht hätten, einfach abgeblockt wurden, weil keiner Lust hatte, sich damit auseinanderzusetzen.

  6. Caro says:

    Ich finde, gerade Erste-Hilfe sollte fest in jedem Lehrplan verankert werden. Aus Erfahrung (ich betreue seit meiner eigenen Schulzeit Schulsanitätsdienste und bin mitlerweile auch EH-Ausbilderin) weiß ich, dass die Lernbereitschaft der Jugendlichen gerade in diesem Feld enorm hoch ist, weil sie ja doch immer mal wieder erleben, dass sich beim Fußballtraining jemand den Fuß umknickt oder ein Knie aufschürft und einfach neugierig sind, wie man da helfen kann – wenige Jahre später, also spätestens beim Führerschein, ist diese Lernbereitschaft weg und die Teilnehmer sitzen in den Kursen schlichtweg ihre Zeit ab…
    Insgeheim träume ich schon seit Jahren davon, meine Idee von den Klassenersthelfern (2 pro Klasse, Auffrischungskurse alle 2 Jahre) irgendwann mal irgendwo einbringen und umsetzen zu können, aber dafür muss ich jetzt nach dem Ref erstmal irgendwo fester an einer Schule landen, die mich dann auch noch experimentieren lässt. Mal schauen, wass das neue Schuljahr im Sommer so bringt 🙂

  7. Pingback: Schülerhirn im Unterricht (SiS) - ...ein Halbtagsblog...

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