ein paar unsortierte Gedanken zu #OER…

15. November 2011 14 Von Jan-Martin Klinge

(Auch) durch den fiesen “Schultrojaner” ist der Gedanke des offenen Bildungsmaterials (OER) in den verschiedenen Lehrerblogs wieder Thema.
Insbesondere die Beiträge von Martin Kurz und Herrn Larbig haben mich mich sehr beeindruckt. Ich muss über sowas meist länger grübeln. Dann stand auch mein Examen an und – Ironie der Geschichte – drei der Prüfer baten mich, ihnen doch meine selbstentwickelten Lehrmaterialien per E-Mail zukommen zu lassen, sie wären “immer auf der Suche nach gutem Material”.

Ob es “gut” ist, sei mal dahingestellt – aber offenbar sind auch Examensprüfer (die nun sicher in ihrem Leben hunderte perfekt vorbereiteter Stunden gesehen haben) auf der Suche nach Material.

Nach wie vor gibt es keine vernünftige Lösung, um offenes Material an einer zentralen Stelle im Netz zu bündeln und auch keine sinnvollen Vorgaben, wie es denn nun genau auszusehen habe, geschweige denn, in welcher Form man welche Inhalte wie anbieten kann. Herr Rau bietet da einen, wie ich finde, guten Überblick.

Ich selbst bin nicht so ein Fan von Büchern. Weder von Schulbüchern, noch von Nachschlagewerken oder überhaupt irgendeiner Form von dicken Wälzern. Die Vorstellung, womöglich alle 294 Seiten voller Mathematikaufgaben durchrechnen zu müssen, hat mich als Schüler demotiviert. Und die 1176 Seiten im Gerthsen waren beinahe das Ende meines Physikstudiums. Ich mag keine Fachbücher.

Statt dessen bin ich ein Fan von Lerntheken. Stationen. Kleine, auf A5-Karten aufgeteilte Lernhäppchen für die Schüler, in verschiedenen Schwierigkeitsstufen und Themenbereiche aufgeteilt.
Ein Beispiel aus meiner Mathematik-Examensstunde der Klasse 8 zum Thema “Daten und Zufall”:

[Links oben die Bezeichnung der Station, in der Mitte der Titel und farblich gekennzeichnet der Schwierigkeitsgrad (grün, gelb, rot) und rechts oben die relevanten Hilfekarten (H1 bis H5). Jede Karte in zwei- bis dreifacher Ausführung, A5 und laminiert.]

Folie3

Folie7

Folie19

Folie25

Die Karten erstelle ich mit PowerPoint – das erleichtert mir das Herumschieben von Bildern, Texten und Diagrammen.

Ein beträchtlicher Teil meines Unterrichts sowohl in Mathematik als auch Physik läuft über diese Schiene.
Die Schüler haben die Möglichkeit, sich entsprechend ihren Fähigkeiten Aufgaben auszusuchen und ich kann hier und da und dort Einzelnen helfen.

Ich werde zukünftig noch stärker darauf achten, alle Inhalte selbst zu erstellen und, sowie ich eine intelligente Möglichkeit gefunden habe, alle Lerntheken in meinen Blog einbinden. Ich will ungern immer mehr Links in der Spalte sammeln – das ist jetzt schon völlig überladen… :-( 

Eine spannende Frage an die Rechtskundigen unter uns: Inwieweit stehen denn z.B. Mathematikaufgaben unter Copyright?

  • Textaufgaben zum Beispiel. Gibt es da ein Copyright drauf? Ab welcher Anzahl an Buchstaben?
  • Oder eine Sammlung von 25 Bruchaufgaben.
  • Oder die Formulierung der Aufgaben auf den Karten oben.

Wie viel darf ich aus Büchern und anderen Quellen raubkopieren übernehmen, und ab wann muss ich ins Gefängnis? Wenn da jemand einen Rat weiß, wäre ich mal so richtig dankbar :-).