“Einschulung”

23. August 2012 7 Von Jan-Martin Klinge

Ein aufregender Tag liegt hinter mir: Die neuen 5er sind da und sorgen für den gewohnten Lärm an der Schule. Zum ersten Mal habe ich die Einführung eines 5er Jahrgangs hautnah miterlebt und – auch zum ersten Mal – bin ich Klassenlehrer geworden. Wuhuuuu!

Der Tag begann mit einem Gottesdienst und anschließender Wanderung zur Aula der Schule. Schon hier gilt immer der Gedanke – wie regeln wir das für die Rollstuhl-Kinder?

2012-08-23 09.03.16Während wir die Kinder zur Schule begleiten, beginnt Gemurmel. Links. Rechts. Vorne. Überall. “Schau mal, wie groß der ist!” “Papa, guck mal!” “Ich wette, der ist über zwei Meter!”
Meine Größe ist und bleibt das spannendste Thema für alle neuen Schüler. Ausnahmslos. In der Aula haben wir uns eine schöne Idee ausgedacht, um die Kinder direkt anzusprechen. Es gibt vier Klassen (rot, gelb, grün, blau) mit jeweils rund 30 Schülern. Verteilt im Raum fanden sich große Puzzleteile (in einer bestimmten Farbe), auf denen jeweils der Name eines Schülers steht. In einem gewaltigen Tohuwabohu suchte jedes Kind sein Puzzleteil und musste dann an mit den neuen Mitschülern das Puzzle zusammenlegen, welches – Überraschung – ein Portrait der beiden Klassenlehrer ergab. Anschließend diese im Auditorium suchen (ich habe verzweifelt versucht, mich zwischen den Eltern möglichst klein zu machen…) und in großes Jubeln ausbrechen.
Für die Kinder war das wie eine alternative Variante der Ostereiersuche – und mir uns hat es sehr viel Spaß gemacht, ihnen beim Suchen und Puzzeln zuzusehen. Ein sehr schöner Beginn.

Während die Eltern dann langweilige relevante Informationen bekamen, sind wir mit unserer 5 in den Klassenraum gegangen. Buskarten verteilen, kurze Vorstellungsrunde. Und dann wieder ab zurück.

Immer wieder ergaben sich kleine Stolpersteine: Mit den Rollstühlen kommt man kaum auf die Bühne in der Aula. Hier und da und dort fehlen Buskarten oder sind Namen falsch. Nichts, was einen ernsthaft aufhält – aber ich bin dankbar, wenn in zwei Wochen endlich Routine herrscht.

In den nächsten Tagen folgen noch Schul-Rallye, eine Begehung des Ortes (“Wo fährt die Linie sowieso nach daundda ab?”) und allerlei Kram. Mitte nächster Woche geht es auf Klassenfahrt.
Ein kurzes Telefonat mit dem Zielort war wenig hilfreich. Auf die Erklärung, wir hätten zwei Rollstuhlkinder mit Glasknochen in unseren Reihen, schlug man mir unbeirrt den Klettergarten und lustige Expeditionen im Wald vor. Hmm. Das wird noch spannend.