5 Minuten Schulleitung: Digitaler Wandel in der Schulpraxis

Wir wollen als Schule im digitalen Zeitalter ankommen und denken viele Veränderungen an. Eine davon ist die Einführung einer Tabletklasse. Bei der Befragung der neuen 5er haben über 97% der Eltern ihre Unterstützung für ein solches Projekt ausgesprochen. Das ist ein überraschend hoher Wert und gibt uns als Schule auch einen unausgesprochenen Auftrag mit auf den Weg.
Auch innerhalb des Kollegiums bewegt sich unendlich viel.
Nachdem wir vor drei Wochen das KursKiosk als schulinterne Lehrerfortbildungsmaßnahme vorgestellt haben, gibt es inzwischen 12 Kursangebote mit 51 angemeldeten Teilnehmern. Das ist herausragend. In dem Zusammenhang auch spannend, dass zuweilen noch der Gedanke vorherrscht „Ach, das ist nix besonderes.“ Da werden in den kommenden Monaten noch viele weitere Kurse entstehen.

Der Fokus von Schulentwicklung richtet sich gerade ein wenig weg von der alten Form der Qualitätsanalyse (externe Prüfer kommen, besichtigen die Schule und beurteilen sie) hin zu einer mehr schulinternen Form: Was tut eine Schule, um sich selbst zu verbessern?
Ich bin davon überzeugt, dass das Kurskiosk eine von vielen intelligenten Varianten ist.

Im Bereich der Digitalisierung begegne ich im Gespräch auf sozialen Medien und auch im richtigen Leben drei Positionen, die sich sinngemäß auch an allen Schulen wiederfinden:

  1. Ohne erkennbaren Mehrwert sehe ich die Digitalisierung von Schule kritisch.
  2. Ich finde das spannend – habe aber zu wenig Ahnung und Angst, etwas falsch zu machen.
  3. Keine Ahnung. Los geht’s.

Schaut man bei der digitalen Bildungselite auf Twitter vorbei, ist Mehrwert (zurecht) ein Unwort. Dies ist ausführlich begründet und nachvollziehbar – ich möchte das an dieser Stelle aber gar nicht in den Vordergrund stellen. Axel Krommer hat sich u.a. hier damit auseinandergesetzt.

Die Position ist ja zunächst die: Warum sollte ich? Was habe ich davon? Was haben die Schüler davon? Ging doch bisher auch ohne, oder? Berechtigte Fragen.

Interessant ist, dass sich die Positionen 1 und 2 im Grunde widersprechen.
Denn natürlich könnte man Position 1 mit komplett neu gedachtem Unterricht begegnen. Mit „Redefinition“ wie es im SAMR-Modell genannt wird. Man könnte die Einsatzmöglichkeiten eines Padlets anführen und damit exemplarisch die Besprechung einer Schullektüre gliedern, die wiederum mittels Greenscreen zu vielen Schülervideos führten könnte die… und so weiter und so fort.

Diese Argumentation würde aber dazu führen, dass man sich in Position 2 wiederfindet: „Das klingt alles total spannend – aber ich habe keine Ahnung und fühle mich überfordert.“

Je mehr eine digitale Vorreiterin also versucht Position 1 zu entkräften, je stärker sie auf neu gedachten Unterricht zielt umso mehr stärkt sie womöglich Position 2 und schafft Angst vor Überforderung.

Wie also weiter? Wie kann sich Schule entwickeln?
Ich glaube nicht, dass man an irgendeiner Schule dieser Welt mit offenem, zeitgemäßem, 4k-orientiertem und digital aufbereiteten Unterricht starten kann. Vielleicht an jener fiktiven Schule, die das #Twitterlehrerzimmer gerne gründen möchte – aber nicht in der Realität. Die kann nur so aussehen, dass ich als Lehrer erstmal Sicherheit im Umgang mit digitalen Tools gewinne. Und ja, man mag die App-ifizierung des Unterrichts didaktisch kritisieren (und Krommer und Hofmann tun das begründet und recht gnadenlos) aber als Einstieg sind Kahoot & Co wunderbar geeignet.

Entscheidend ist, wie man den nächsten und übernächsten Schritt angeht. Und andenkt. Wie könnte Schule in zehn Jahren aussehen? Wie kann sich mein Unterricht weiterentwickeln? Wie sähe Schule im Star Trek Universum aus?

Nun, dafür habe ich ja noch ein wenig Zeit, mich bilden zu lassen. Erstmal gehen wir jetzt die ersten Schritte.

Übrigens – am morgigen Donnerstag geht der Blog offline. Aus Gründen.

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