Fortbildung à la James Bond

Fortbildung à la James Bond

13. Mai 2019 1 Von Jan-Martin Klinge

Neben meinem eigentlichen Beruf, den ich sehr liebe, mache ich auch ein paar aufregende Dinge  nebenher, einfach weil ich neugierig bin und Lust habe, Neues zu lernen. Durch mehrere glückliche Zufälle die sich im Nachhinein auch nicht mehr rekonstruieren lassen (so läuft es immer im Leben, oder?), bin ich in jene Teams gerutscht, die im Hintergrund die Software „OneNote“ für Microsoft programmieren.

Heute abend hatte ich die Gelegenheit, an einer TEAMS-Konferenz über mehrere Kontinente mit zahlreichen Lehrerinnen und Lehrern aus aller Welt und auch ein paar Programmieren teilzunehmen. Solche Konferenzen kenne ich eigentlich nur aus dem Fernsehen, wenn sich James Bond mit irgendwelchen Ministern virtuell am Konferenztisch trifft. Ganz nebenher lerne ich, wie abgefahren die TEAMS-App ist und dass ich bisher nur an der Oberfläche gekratzt habe.

Eigentlich geht es den ganzen Abend aber um die Mathematikfunktionen von OneNote und „Microsoft Forms“ und darüber, was die Software heute schon kann und was sie womöglich zukünftig kann. Ersteres ist absolut abgefahren und der Gedanke, nächstes Jahr in einer Tabletklasse Mathematik zu unterrichten, ist nach heute noch attraktiver geworden. Wahnsinn! Ich freue mich darauf, das alles in den nächsten Jahren praktisch umzusetzen – da ist ganz profan mein Spieltrieb angesprochen.

Konkretes Beispiel: OneNote bietet für die Lösung dieser zwei Gleichungssysteme drei verschiedene Möglichkeiten an, sie zu lösen. Auf Wunsch bekomme ich nicht nur das Ergebnis, sondern auch jeden Zwischenschritt angezeigt und weil das doch arg viel Text ist, wird das alles mit dem „Plastischen Reader“ verknüpft, der mir (bzw. meinen Schülern) beim Fokussieren hilft. Das ist abgefahren und hatte ich so nicht auf dem Schirm.

Auch der Ausblick auf die nächsten Entwicklungsschritte machen einerseits Lust und sind andererseits geschickt angelegt: Da programmieren nicht irgendwelche Nerds im Hinterzimmer irgendeine Software, sondern es werden aktiv Lehrer in die Entwicklung einbezogen. Immer wieder werde ich aufgefordert, meine Meinung kundzutun, Fragen zu stellen und das Gesehene auf seinen Zweck zu überprüfen. Das macht Spaß und ist eine Win-Win-Situation. Microsoft ist dankbar für Feedback von Leuten aus der Praxis und ich erfreue mich an der Fortbildung zu Teams, OneNote und Forms.

Doof aber aufregend: Andere Dinge kommen gerade zu kurz.
Wochenstunden zähle ich gar nicht mehr und ich werde nachsichtiger mit Leuten, die sich in ihren Beruf verlieben. Ist schon auch ein bisschen geil!

(Zum Ausgleich am Wochenende meiner jüngsten Schwimmen beigebracht und zwei TipToi Puzzle gelöst (die sind wirklich großartig programmiert!) und außerdem mit meiner ältesten Tochter Schach gespielt.)