Vom Handy zum Beamer

Habe heute ein ganz spannendes Projekt mit meinen Kollegen gestaltet, Aufgabenstellung:

Wie bekommen wir unkompliziert ein Handybild auf den Beamer gestreamt?

Für Lehrer ist diese Funktion aus verschiedenen Gründen spannend: Das Smartphone ersetzt so eine Dokumentenkamera. Ich kann Schülerhefte fotografieren und vorne anwerfen. Mit laufender Kamera kann ich naturwissenschaftliche Experimente Filmen und allen zur Verfügung stellen. Im Sportunterricht problemlos Schülerbewegungen filmen und hinterher allen zeigen.

Nach etwas Ausprobiererei mit verschiedenen Adaptern und Sticks haben wir eine Lösung gefunden, die wirklich einfach funktioniert und die ich euch gerne vorstellen möchte. Bedingung war, dass das ganze ohne extra-App funktionieren soll – einfach aus dem Gerät heraus. Dabei gehe ich wieder von einer durchschnittlichen Schule aus – ohne Netzwerk-Beamer, ohne WiFi oder spezielle Ausstattung. Ich habe ein Smartphone und einen normalen Beamer – wie kann ich beides verbinden? Klappt das auch im Unterricht? Wie viel Gefummel ist da nötig? Denn wie immer gilt: Je größer der Aufwand, desto uninteressanter.

Um das Vorgehen zu illustrieren, haben wir ein Youtube-Video erstellt. Die Aufzeichnung ist jetzt noch so mega spektakulär und wir sind auch kein Tech-Channel, dafür  ungeschnitten und soll Kollegen vor allem zeigen, ob und wie das System im Unterricht funktioniert. Wie lange dauert es, den Stick einzurichten? Wie kompliziert ist es, Handy und Beamer zu verbinden? Wir haben keinerlei Fehlversuche rausgeschnitten und das System vorher auch nicht besonders getestet – wir wollen auch keine Fernsehpreise gewinnen, sondern nur demonstrieren… ach – genug der Entschuldigungen.

Los geht’s!

Materialliste

für Android/Windows: Microsoft Wireless Adapter in Version 1 (45€) oder Version 2 (62€)
(die zweite Variante ist zu empfehlen!)
oder
für iOS: HDMI Streaming Stick (35€) ACHTUNG: mit dem letzten iOS Update (Stand 1.2.17) akzeptiert Apple keine anderen HDMI Sticks mehr (danke dafür!)
(dieser Stick funktioniert auch mit Android & Windows, allerdings braucht es dann spezielle Apps)

für den Anschluss an einen VGA Port: Adapter 1 (10€) und zusätzlich Adapter 2 (3 €)

außerdem für die Stromversorgung eine Power Bank (10 €).

Ideen, Anregungen oder Praxisvorschläge gerne in die Kommentare.

 

(Preise vom 13.5.16)
Disclaimer: Wir bekommen kein Geld oder irgendwelche Vorteile von einem der genannten Shops/Hersteller.

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51 Responses to Vom Handy zum Beamer

  1. Heiko says:

    Die Lehrerfortbildung BaWü ist hier ziemlich fortschrittlich.

    Auch wenn die Videos schon aus dem Netz genommen wurden (was wiederum paradox ist) – im Diskussionsforum findet man noch sehr viel zu den Inhalten rund um das Thema Smartphonenutzung im/ für den Unterricht. Ich hoffe, eine Einschreibung ist noch möglich, um die Inhalte einsehen zu können.

    https://lehrer2020-bw.fsz.kit.edu/

  2. Pingback: Handy-Bild im Klassenzimmer projizieren | digithek blog

  3. Heiko says:

    EZcast Pro: Funktioniert mit iOS -und Android-Geräten, allerdings nicht gleichzeitig. Ca. 70 €
    Stromversorgung über Powerbank oder Beamer mit MHL.

  4. Christian says:

    Ich nutze die APP ipWebcam
    Am Laptop, der am Beamer angeschlossen ist, rufe ich dann die IP Adresse des Handys im Firefox auf und schon ist das Bild da.

  5. Buntekreide says:

    Wurde das Screen-Mirroring nicht auch mit einem Chromecast im Gast-Midus funktionieren? Wäre günstiger, aber ich kann es leider nicht selbst testen und bin nicht sicher, ob das mit HDMI auf VGA klappen würde.

  6. Sonja says:

    Ist hier definitv an der falschen Stelle, aber ich fand diesen Artikel so nett und musste an Matheaufgaben und diese Karten denken, die Du immer erstellst…

    http://www.zeit.de/wissen/2016-05/fussball-em-panini-sammelheft-strategie

  7. Sebastian says:

    Genauso mache ich das auch. Fehlt mir nur noch die Vorrichtung aus deinem Technikkurs 😀

  8. Sebastian says:

    Bis dahin nutze ich etwas, das auch viele andere KuK nutzen könnten: Ich klemme das Handy mit einer KFZ-Halterung an eine glatte Oberfläche (meistens eine Fensterscheibe) und richte die Kamera nach unten. Ein bisschen noch mit dem digitalen Zoom spielen und fertig ist die Dokumentenkamera.

  9. Hallo Jan,

    ich arbeite zufällig auch gerade an so einer Lösung. Die spannende Frage: was passiert, wenn ich in drei Räumen nebeneinander einen Stick verwende?

    Und können irgendwelche Schüler das Beamer-Bild kapern und Katzenvideos einspielen? Unsere IT-Nerds werden das als allererstes versuchen 🙂

    Gruß aus Berlin

    • Der Microsoft Wireless Adapter lässt sich mit einem Pin sichern – außerdem bleibt die Verbindung auch bestehen, wenn man das Handy ausschaltet. Man kann also die verbindung schon vor dem Unterricht herstellen. Ob sich die Sticks gegenseitig überlagern glaube ich nicht – ich werde es aber bei Gelegenheit mal ausprobieren. 🙂

      • Ich bin gespannt 🙂 Ich habe ein kleines Budget bekommen zum experimentieren und werde mal einen der beiden Dongles testen.

        Ich persönlich tendiere übrigens momentan zu einer Software-Lösung auf dem Lehrer-PC mit lokalen WLAN über USB-Stick, erste Experimente mit Reflector 2 (http://www.airsquirrels.com/reflector/download/) waren vielversprechend. Android lief auf Anhieb. Für Miracast wollte ich mal AirServer testen (https://www.airserver.com/).

        Vorteil:
        + auch „alte“ Beamer ohne HDMI funktionieren direkt über vorhandene VGA-Kabel
        + in der Nähe des Beamers keinen Stromversorgung nötig (= an der Decke)
        + besser steuerbar im Unterricht

        Nachteil:
        – im Moment zwei Tools nötig,
        – die Einrichtung ist nicht so simpel wie bei einem Hardware-Stick

      • manuel says:

        hast du es schon ausprobiert?

  10. Pingback: Science Journal (Apps im Unterricht) – Halbtagsblog…

  11. Phil says:

    Reflector 2 kann ich auch empfehlen! Funktioniert von allen Softwarelösungen, die ich probiert habe mit Abstand am Flüssigsten! Verwende das regelmäßig im Unterricht!

    Größter Vorteil:
    es gibt (zumindest bei iOS) eine DirectorApp. Hier können sich sowhl iOS als auch Android-Geräte mit der Refelctor-Software verbinden und man kann mehrere nebeneinander anzeigen (statt immer nur einzelne!).
    Das Beste daran: man kann alle Schülergeräte gleichzeitig draufwählen und der Lehrer kann per Director-App direkt auswählen, wer angezeigt werden soll! Erweist sich in der Praxis als deutlich weniger „fuddelich“, als wenn sich jeder einzeln draufwählen muss.

  12. Jan Elben says:

    Toller Artikel! Minibeamer haben einen riesensprung gemacht! Aber: Ohne Leinwand wirds nix..

  13. Josef Kratzer says:

    Wlan fähige Beamer ermöglichen es…

  14. Jörg Lindner says:

    Hallo,
    ich habe die Verbindung mit einem Surface hinbekommen, nun die Frage: Kennt ihr eine gängige Software, mit der man den Schüler mit den Stift seine Ergebnisse „umgringeln“ lassen kann usw. sowas wie eine darüber gelegte Folie oder sowas? Oder eine Dokumenten-Kamera-Software?

    Will das gern Schüleraktiver gestalten.

    LG Jörg

    • Die einfachst und unkomplizierteste Variante (Unter Windows 10 mit Anniversary Update): Rechtsklick rechts unten auf die Uhr und dann Häkchen bei „Windows Ink Arbeitsbereich anzeigen“.
      Anschließend kannst du dort „Bildschirmskizze“ auswählen und quasi auf einem Screenshot des Bildschirms rumkritzeln. Wenn du jetzt also mit der Kamera auf ein x-beliebiges Dokument zielst und „Bldschirmskizze“ auswählst, hast du deine Dokumentenkamera/OHP-Alternative.

  15. Voss says:

    Danke für diesen Beitrag, soetwas habe ich schon lange gesucht!! Aber sag mal, müssen die Power-Banks nicht häufiger wieder aufgeladen werden? Wie geht ihr damit um?
    Und ist das Bild der Handykameras auf dem Beamer wirklich gut zu erkennen? Wenn das „Schüler-Gekritzel“ mit einer wackligen Handykamera fotografiert wird und dann der mäßig-lichtstarke Beamer das anzeigen soll, kann dann die halbblinde Mandy in der ersten Reihe (wollte erst letzten schreiben, aber fairerweise setzen wir sie wohl nach vorne) noch etwas erkennen?

    • Also meine Powerbank (10000mAh) hält sehr, sehr lang durch. Einfach ausprobieren, hängt sicher auch davon ab, wie oft man den Stick nutzt etc.
      Der Auflösung des Beamers kann man mit dem Zoomen in das Foto begegnen: Lässt sich auf dem Handybildschirm ja beliebig vergrößern.

  16. Frank Mrozek says:

    Das ist grandios – nach dieser Lösung such ich schon eine Weile – vielen Dank!
    Eine Bitte noch: Im Video ist kurz ein Gestell zu sehen, die aus dem Handy eine Dokumentenkamera macht. Ist das selbst gebaut und gibt es dafür eine Anleitung?
    Herzlichen Gruß
    Frank

    • Das ist selbst gebaut und dafür hätten wir eine Lösung präsentiert, wenn sie nicht völlig obsolet wäre: Statt die Kamera dauernd laufen zu lassen um ein Arbeitsblatt zu filmen, kann man ja auch einfach ein Foto des Blattes machen und das projizieren. Oder nicht?

      • Beat Rüedi says:

        Ist diese Unterhaltung aus dem Archiv?

          • Beat Rüedi says:

            Ich meine ja nur, dass Smartphones seit Jahren problemlos am Beamer oder Smartboard gespiegelt werden können – kabellos, jeder einzelne Schüler von seinem Platz im Zimmer aus.

            • Der Beitrag ist bestimmt nicht so herablassend gemeint, wie er bei mir ankommt.
              Ich kenne keine einzige Schule im Umkreis von 100km bei der so etwas existiert. Im Gegenteil – ein Großteil hat weder Beamer noch Smartboard.

            • Beat Rüedi says:

              Ich bin grundsätzlich nicht herablassend, staune aber immer wieder, wenn das Spiegeln eines Smartphones als „spannend“ bezeichnet wird. Seit Beamer HDMI können – und das können sie schon seit Jahren – können auch Smartphones reflektiert werden. Und seit 2007, also seid bald 10 Jahren, gibts AppleTV – und seid 2011, also seid 5 Jahren, können Smartphones mit AirPlay reflektiert werden.

              Dass dies in deinem Umkreis von 100km nicht existiert, hat im weitesten Sinne wohl eben mit dem Archiv zu tun – will heissen, deine Umgebung lebt im Archiv.

              Vor bald 15 Jahren hatte meine Schule entschieden, in meinem Schulzimmer keinen Beamer zu installieren (Musiklehrer bräuchten keinen Beamer). Selbstverständlich habe ich einen gekauft. Ich wollte, wenn schon, nicht über die Notwendigkeit eines Beamers, sondern, allenfalls, über meine Ansprüche des Unterrichtens diskutieren.

            • Ich bitte um Verzeihung, dass ich Sie mit meinem Artikel langweile und werde ihn natürlich sofort entfernen.

            • Beat Rüedi says:

              Sie langweilen mich keineswegs. Würden Sie dies, hätte ich mich gar nicht eingemischt. Statt den Artikel zu entfernen würde ich in Erwägung ziehen, das Reflektieren der Smartphones an externen Bildschirmen zu diskutieren – einfach nur auf dem Stand von 2016.

            • Ja, ich ziehe das in Erwägung…
              (Und als gutgemeinter Hinweis: Ihre Aussagen klingen extrem herablassend. Fast wünschte ich, ich wäre auch so ein toller Lehrer wie Sie…)

  17. Pascal says:

    Hallo
    Habe mit grossem Interesse das Video angeschaut und habe auch versucht das Ganze mit meinem ANDROID-Handy 1:1 umzusetzen. Nun aber zeigt sich folgendes „Problem“

    1: Das Ganze funktioniert offenbar nur mit WLAN-Verbindung, Oder irre ich mich da? Im Video wird das nicht erwähnt. (Irrtum vorbehalten) Schalte ich WLAN aus, dann unterbricht auch die Verbindung zwischen Handy und Beamer.
    Braucht es dazu eventuell zusätzlich eine sep. Software?

    Zweitens:
    Das Darstellen des projezierten Bildschirms im bildschirfüllenden „Querformat“ ist offenbar nur schwer möglich, bzw.eine „Glücksache“. Trotz Aktivierung des Modus „Autom.Drehen“ dreht zwar das Bild auf dem Handy einwandfrei wie gewohnt, aber auf dem Beamer nur mit sehr viel Glück, also nicht jedes mal. (Manchmal klappts, manchmal leider eben nicht)Habe noch nicht rausgekriegt weshalb.Im Normalfall wird das Bild leider nur in Hochformat angezeigt. Was mache ich falsch? (Beamer Modell: NEC NP 100)Einstellung 800×600)Handy: SIMVALLEY SPX26 (Pearl)

    Herzlichen Dank für lösungsorientierte Tipps.
    Gruss aus der Schweiz

    • 1) Ja, die Verbindung läuft vie WiFi, ausgesandt vom Stick. Irgendeine Möglichkeit braucht es ja, die Daten vom Handy auf den Stick zu übertragen.
      2) Bei mir (und allen anderen, die ich bisher gesehen habe) funktioniert der Wechsel ganz problemlos. Vermutlich liegt es am Handy. Bitten Sie doch mal einen Kollegen, den Stick (und die Drehung) auszuprobieren. Das ist ja in 5 Minuten erledigt und dann hätten sie Klarheit.

  18. Pascal says:

    Danke bestens für die rasche Antwort. Werde ich mal gerne tun.
    Herzliche Grüsse PASCAL

  19. Pingback: Star Trek in Berlin. (excitingEDU #1)

  20. Tobias says:

    Klasse Lösung auf jeden Fall. Gibt es einen Link zum erwähnten Blogeintrag über den Dokumententräger? Bzw. der sieht nach Marke ‚Eigenbau‘ aus, gibt es nennenswerte Alternativen für den Bastel-unbegabten LAA? 😀

    • Ist Eigenbau und leider gibt es keine Anleitung.
      Wir haben mal über eine nachgedacht – aber mit Nutzung des Surface + Stift ist das Ding inzwischen überflüssig geworden. Aber so schwer ist das nicht – anhand des Videos kann man ja erahnen wie es geht und dann: Trial & Error!

  21. Yara Ohrt says:

    Ich habe meine Schule gewechselt und plötzlich funktioniert die Verbindung mit dem WLan Adapter nicht mehr. Ich stöpsel ihn direkt in den HDMI Anschluss des Beamers ein und es erscheint nicht mal das Startbild. Sogar der Techniker an der Schule konnte mir nicht weiter helfen. Wir haben das an drei verschiedenen Beamern (alle BenQ) ausprobiert.
    Irgendwelche Ideen, woran es liegen könnte?

  22. Yara Ohrt says:

    Andere Problematik: Wenn ich nur einen Beamer habe, aber einen Film zeigen möchte. Der Wlan Adapter spiegelt komplett Smartphone bzw. Tablet und erkennt keine weiteren Lautsprecher mehr.
    Hat vielleicht jemand Lösungsvorschläge?

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