Hybris oder: Projekte mit dem 3D-Drucker

Die Herbstferien neigen sich dem Ende, die Klassenarbeiten sind alle korrigiert und die Aufregung das Gejammer um die kommenden Milliarden, die in das Schulsystem gesteckt werden sollen, ist etwas abgeebbt.

Zeit genug, um wieder etwas Unsinn treiben zu können.

20161019_141150Vor einigen Wochen hat mir die Firma Fischertechnik freundlicherweise einen 3d-Drucker geschenkt und ich befinde mich noch in der Phase des Experimentierens. Gestern habe ich mich mit einigen Kollegen getroffen und wir haben Skulpturen unserer selbst erschaffen und gedruckt!
Ist das nicht der Stoff, aus dem Träume sind? Meine eigene Büste!

Technisch war die ganze Nummer nicht besonders schwierig. Wir haben den Kinect Sensor einer Xbox One über einen Adapter an mein Surface angeschlossen und die kostenlose 3D Scan App von Microsoft gestartet. Dort stellt man die Maße des Scanfeldes ein und kann eigentlich nicht viel falsch machen. Wichtig ist, sich in gutes Licht zu setzen, sonst wird es frustrierend.
Von dort geht es automatisch in das (ebenfalls kostenlose) 3D Builder, wo sich allerlei Fehler und Artefakte herausrechnen lassen.

IMG-20161018-WA0001An dieser Stelle kam mein Surface (mit Core i5) dann an erstmals seine Grenzen. Vier herausragende Lehrpersönlichkeiten Pfeifen gleichzeitig auf einen Sockel zu setzen, zu rendern und für den 3D-Drucker so umzuwandeln, dass der das auch vernünftig drucken kann, hat schon eine ganze Weile gebraucht. Dafür ist das Ergebnis absolut fantastisch.

Unser Mount Eisermore National Memorial, wie wir es liebevoll nennen, werden wir zukünftig zu unverschämten Preisen auf Elternabenden und Schulfesten verkaufen. Es soll unsere Schützlinge motivieren und inspirieren, später einen ordentlicheren Beruf zu erlernen, als den des Lehrers.

Abgesehen von dem Unsinn steckt dahinter natürlich eine spannende Überlegung: Die “Industrie 4.0” steht vor der Tür und wird mutmaßlich viele, viele Jobs auflösen, die es heute noch gibt. Auf welche Berufe kann und muss ich meine Schüler vorbereiten? Der 3D-Drucker und der Umgang mit passender Software ist für mich “Neuland” und entgegen Wankas “Daddel-Kommentar” (Kollege Hokey hat sich da überaus klug zu geäußert!) erlerne ich durch dieses spielen diesen Blödsinn.
IMG_20161016_163454Noch nicht spruchreif, aber möglich wäre eine 3D-Drucker-AG. Außerdem könnte man mit einem Technikkurs jene Bauteile erstellen und drucken, die man im Elektronik-Workbook einsetzen könnte. Zweiwege-Schalter zum Beispiel. Oder Bauteile für das Radio. Oder die LED-Lampen. Gedruckt habe ich schon ein Minitaur-Kolosseum. Und eine absurde optische Täuschung, die gleichzeitig viereckig und rund ist.

Es wird es wird.

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2 Responses to Hybris oder: Projekte mit dem 3D-Drucker

  1. Antje says:

    Hihi, auf die Verkäufe und die erzielten Preise des „Teachers Memorial“ auf Elternabenden wäre ich ja mal gespannt.

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