Memento mori

“Mama”, fragte Carolina neulich, “wen soll ich eigentlich anrufen, wenn ihr sterbt?”

Das Bewusstsein um die eigene Sterblichkeit ist ein Teil unseres Mensch-Seins. Einerseits – als Vater – verfolge ich die Entwicklungsschritte meiner Tochter mit Spannung. Andererseits stellt sie Fragen, die Tabuthemen anschneiden. Auch diesmal.

Der Tod beschäftigt meine Vierjährige. Vor wenigen Jahren ist meine Mutter gestorben, letzten Herbst ihr geliebter Hund, erst im Dezember ist ihre Ur-Oma gestorben (die Carolina immer liebevoll “Oma-Uhr” genannt hat…) und gerade im Umfeld einer … weiter

Briefe ans Christkind…

Als Vater tauscht man sich mit anderen Vätern aus. Und der lustigste Brief ans Christkind in meinem Bekanntenkreis hatte sinngemäß folgenden Inhalt:

Liebes Christkind,

zu Weihnachten wünsche ich mir eine Barbie mit Pferd, das Spiel Lotti Karotti und […] und eine Prinzessin Lillifee-Puppe.

Ansonsten kauf einfach alles, bis das Geld alle ist.

~ ohne Worte ~

Kinderbücher

Es gibt Kinderbücher, die lernt man als Elternteil hassen. Richtig hassen!

Meist sind es jene Bücher, die die Kleinen am allerallerliebsten als Gute-Nacht-Geschichte hören. “Zieh dich an, kleiner Bär” von Helmut Spanner ist so ein Buch. Bei Amazon gibts das ab einem Cent (sic!) und die einzige Rezension sagt: “Für Kinder ab dem 2. Lebensjahr wird es schnell langweilig.”

Von wegen!

Meine Tochter ist vier und liebt es immer noch. Und ich hasse es. Mehr als je zuvor!

Das Geschichten-vorlesen ist für Eltern … weiter

Kindermund tut Wahrheit…

Vor einigen Tagen waren wir zum Mittagessen bei einem älteren Ehepaar eingeladen.

Carolina bemerkt eine Schnittwunde am Daumen des Gastgebers.

“Was hast du da?”, fragt sie interessiert und lauscht dann der Erklärung.

“Und hast du da geweint?”, fragt sie einfühlsam.

Der Gastgeber lacht, schaut erst seine Frau und dann uns an. “Nein. In meinem Alter, da weint man nicht mehr.”

Carolina nickt verständnisvoll und tätschelt ihm die Hand.

“Ich verstehe. Ich darf zu Hause auch nicht weinen.”

Wie sagen Erwachsene?

Im Frühjahr 2008 war meine Tochter Carolina gerade zwei Jahre alt und ich versuchte ihr zu dem Zeitpunkt gutes Benehmen beizubringen. „Bitte“, „Danke“ und so weiter, weil ich das für wertzuschätzende Tugenden halte.

Eines Abends sprach sie mich an und wollte etwas zu trinken.

„Trinken“ sagte sie.

Und ich entgegnete: „Wie sagen Erwachsene dazu?“.

Und man konnte den genervten Unterton in der Stimme nicht überhören, als sie ein enttäuschtes Gesicht machte und mir erwiderte: „Später…“.

Wann bin ich so geworden? Das meine Tochter „später“ als … weiter

Niklaus, Niklaus, guter Mann…

Heute Abend ist der Abend vor Nikolaus.

Aus pädagogischer Sicht bin ich nicht sicher, ob die Verbindung von “der Nikolaus bringt Schokolade” mit “hoffentlich sind die Schuhe auch geputzt” wirklich sinnvoll ist. Aber irgendwie gehört es dann doch dazu.

Punkt 19.20 Uhr sitzt Carolina auf der Treppe und poliert intensivst ihre Kindergartenstiefel.

“Mist, der Dreck geht nicht raus”, flucht sie.

Ich schmunzle.

Später beim Ins-Bett-bringen gehen wir nochmal die Checkliste durch. Carolina liegt schon unter der Decke.

“Sind die Stiefel geputzt?”, frage ich.

“Ja”, antwortet … weiter

Unsterblich

Meine Tochter hat ein Lieblingslied.

Unsterblich.

Von den Toten Hosen.

Das Lied läuft im Auto rauf und runter. Und von hinten kräht begeistert eine kleine Kinderstimme:

Ich will mit dir für immer leben,
wenigstens in dieser einen Nacht.

Mit dir hab ich dieses Gefühl,
dass wir heut Nacht unsterblich sind.
Egal, was uns jetzt noch geschieht,
ich weiß, dass wir unsterblich sind.

Am Dienstag dann plötzlich die Frage:

“Papa? Was heißt … weiter

Das Kartoffelfest – oder – Väter sind doof

Heute Abend war Kartoffelfest. Vom Kindergarten. Für die Eltern Kinder.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich habe echten Respekt für KindergärtnerInnen und ihre Geduld mit verzogenen Kindern und bescheuerten Eltern umzugehen.

Eltern wie mir zum Beispiel.

Ich gehöre zu jener Gattung Väter, die allen Oster-Frühstückstreffen, Nikolaus-Backnachmittagen oder eben Kartoffel-Festabenden tunlichst aus dem Weg gehen. Ich stehe bei solchen Events dämlich in der Ecke herum und IMAG0009 bemühe mich den … weiter

Demut

Wann immer man Eltern fragt, welches ihrer Kinder sie am liebsten haben, erntet man böse Blicke.

“Alle gleich, natürlich. Aber jedes anders.”

So ein Unsinn. Kinder haben ihre Eltern auch nicht gleich lieb. Wir sind heute den ganzen Tag durch Zürich gestreift. Eine schöne Tour mit dem Boot über den See gemacht. Aber stets hieß es:

“Ich will neben Mama sitzen.” – “Ich will an Mamas Hand.” – “Mama, darf ich ein Eis?”

Als Vater muss man so etwas demütig ertragen. Denn die Zeiten ändern … weiter