Vorlese-Bücher

16. April 2013 22 Von Jan-Martin Klinge

Eine Kollegin nutzt die letzten Minuten spätnachmittags oft, um ihrer Klasse aus einem Buch vorzulesen. Die Schüler machen es sich auf ihren Plätzen bequem und lassen den Schultag ausklingen. Die Zeiten, in denen der Großvater am Kamin saß und einem “Gullivers Reisen” vorlas, sind vermutlich ebenso vorbei, wie jene, in denen die Schüler selbst noch gelesen haben.

Wie viele gute Ideen habe ich auch diese schamlos abgekupfert. Als strengster Lehrer der Schule muss ich immer auch aufpassen, dass die Stimmung nicht ‘kippt’: Wenn meine Rolle als Klassenlehrer sich allzu sehr auf das Disziplinieren und Organisieren beschränkt, rutsche ich womöglich in dieses “oh shit, Papa kommt abends von der Arbeit und jetzt gibts Ärger wegen xyz”. Dann wird instinktiv der Kopf eingezogen, wenn ich den Raum betrete – und das will ich nicht.
Lehrerarbeit ist vor allem Beziehungsarbeit – und Vorleserituale helfen mir, diese Beziehung positiv zu gestalten. Tatsächlich liebt meine Klasse diese Nachmittage. Ich darf meiner Vorliebe fürs Theater gerecht werden und mit verstellter Stimme erzählen, quicken, flüstern, zischen, brüllen und grunzen.

In den vergangenen Wochen haben wir “An der Arche um 8” von Ulrich Hub und Jörg Mühle gelesen. Ein sehr lustiges Buch über zwei Pinguine, die auf die Arche dürfen um die Sintflut zu überleben, und heimlich ihren Freund mit an Bord schmuggeln.
Das Buch ist so kurz, dass man auch bei zerteiltem Lesen nicht den Faden verliert und es ist so amüsant geschrieben, dass die Schüler immer wieder lachen müssen. Eine wirkliche Empfehlung.

Konkrete Frage an euch: Habt ihr Büchertipps?