WhatsApp zur Unterrichtsorganisation.

Zurecht steht die Verknüpfung von WhatsApp und Facebook in der Kritik und zurecht fordert Jörg Schieb vom WDR die “rote Karte” für Facebook. Einer der zahlreichen Gründe, warum ich WhatsApp trotzdem in der Schule nutze:

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Es ist einfach ungemein praktisch und spart Zeit, Zeit, Zeit.

Bautechnik

Zu Beginn des Schuljahres habe ich mich entschieden, meinen WP-Kurs intensiv mit dem Thema „Bautechnik“ zu konfrontieren. Gemeinsam mit einem Lehramtsanwärter erstelle ich ein Workbook, das sich in den Kapiteln Materialwissenschaft, Baustatik, Wärme & Energie und Kosten & Unterhalt mit dem Thema “Bauen und Wohnen” auseinandersetzt. Abgeschlossen wird die Einheit mit einem größeren Projekt – für den Schulhof möchte ich gerne eine Bank aus Beton gießen.

Hatte ich von Anfang an hohe Erwartungen an den Kurs (der seinerzeit komplette Radios zusammengebaut und modifiziert hat), sind diese Erwartungen mittlerweile noch übertroffen worden: Der Kurs ist mega!

20160922_101726Diese Woche haben wir haufenweise kleine Betonpfeiler gegossen, alle mit einem unterschiedlichen Zement-Sand-Kies-Verhältnis. Die trocknen jetzt einige Wochen (Herbstferien sei Dank!) und werden dann auf ihre Belastbarkeit überprüft. In Ermangelung eines Drucksensors werde ich sie unter einen Wagenheber klemmen und solange kurbeln, bis sie brechen. Über die Anzahl der Drehungen lässt sich vergleichen, welche Mischung den stabilsten Beton zustande bringt.

Ich erhoffe mir, dass alle meine Schüler am Ende der Klasse 10 den Unterschied zwischen Zement, Beton und Mörtel kennen und in der Lage sind, eine Wand hochzuziehen und zu verputzen.

Spielzeug. 360°

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Weil ich im Herbst mit meinen Geschwistern nach Island fliege, habe ich mir eine 360° Kamera gekauft. Spielzeug, natürlich. Aber abgefahrenes.

Damit kann man Fotos schießen, die sowohl rechts und links, als auch oben und unten die vollen 360° abdecken. In diesen Fotos kann man nach vorne oder hinten schauen, ganz, wie man mag.

Ein Beispiel dazu findet sich hier.

Von der Kamera letztlich zur 360° Aufnahme im Browser ist es aber ein frickeliger Weg. Zuerst müssen die Bilder durch einen Konverter gejagt werden, anschließend die Meta-Daten manuell editiert und schließlich auf Facebook/Wordpress hochgeladen. Intuitiv ist anders – aber das Ergebnis ist krass. Besonders mit einer Virtual Reality Brille (Google Cardboard; Samsung VR) ist es, als würde man mitten im Raum stehen. So kann ich mich später immer wieder auf den isländischen Gletscher stellen.

IMG_20160922_122221Außerdem nutzen ich die Kamera, um auf der Schulhomepage einen virtuellen Rundgang durch das Gebäude zu realisieren. Auslöser für den Apparat ist eine Handy-App, über die man sich via Wifi verbindet. Damit ich nicht auf jedem Bild zu sehen bin, verstecke ich mich auch schon mal unter einem Tisch.

Lehrerausflug

IMG_20160916_154943Zurück vom Lehrerausflug, der ganz wunderbar war. Kurze Eindrücke.

  • Wenn Lehrer und Sonderpädagogen und Referendare und Praktikanten, Kolleginnen im Mutterschutz und überhaupt alle, die an der Schule irgendwie arbeiten gemeinsam bei bester Laune und Albernheiten den Tag miteinander verbringen, dann ist das ein beneidenswertes Kollegium. Jeder quatscht mit jedem. Ich staune immer wieder.
  • Die Besichtigung des ehemaligen Regierungsbunkers in Ahrtal war fantastisch und unbedingt empfehlenswert. Amüsant die latente Frauenfeindlichkeit des Senioren-Führers (“Ich lasse viele technische Informationen weg, das interessiert die Damen sowieso nicht – die haben ja nur Stricken und Häkeln im Kopf.”), die man dieser Generation aber nur schwer vorwerfen kann. Eine perfekte Mischung aus Fakten und Anekdoten – die 90 Minuten vergingen wie im Flug.
  • Die Wanderung durch die Weinberge war ganz wunderbar. Die Gegend ist traumhaft schön – wäre gerne mehr gelaufen.
  • Ich besitze eine Fitbit-Armbanduhr, die meine Schritte zählt, meinen Herzschlag misst und aus mir einen richtigen Superman macht. Wunderbar ist, dass man sich mit anderen Fitbit-Leuten “befreunden” und zu Wettbewerben herausfordern kann: ‘Wer schafft mehr Schritte am Wochenende’ etc. Blöd ist, dass ich nicht besonders sportlich bin – eher Weihnachts- als Supermann. Eine Kollegin hat ebenfalls eine Fitbit und mich am Ende des Tages mit 23000 zu 13000 Schritten geschlagen. (Ich erkläre mir das damit, dass ich so groß bin und deshalb weniger Schritte mache…). Ich bin frustriert.
  • Ich habe eine Stalkerin. Erst habe ich mir nichts dabei gedacht (“Ich habe jeden deiner Artikel gelesen.”) aber im Verlaufe des Nachmittags (“Du hast ein schönes Haus.”) wurde die Sache immer gruseliger (“Aber eure Gartentür müsste mal gestrichen werden.”) und unheimlicher (“Du hast schon länger nichts mehr über das Hühnerhaus geschrieben. Warum?”). Die Kollegin machte sich einen Spaß daraus, wildfremden Leuten (“Ach, sie sind alle Lehrer?”“Ja, aber der Herr Klinge ist ganz berühmt, vielleicht kennen Sie ihn ja?!”) von meinem Blog zu berichten und mir den halben Nachmittag immer wieder betont unauffällig zuzuwinken – sehr zum Gelächter des restlichen Kollegiums. Ich habe Angst.

Demnächst stehen ganz aufregende Projekte an.
Mein Technik-Kurs zur Bautechnik entwickelt sich zum absoluten Glücksfall; mein 10er Mathematikkurs startet ein Projekt und die ersten Ergebnisse sind sehr ermutigend; in Zusammenarbeit mit der Firma Fischertechnik darf ich deren neuen 3d-Drucker ausprobieren und von HP bekomme ich einen ihrer Supercomputer  zum Spielen ausgeliehen – auf beides freue ich mich sehr. Und zu guter Letzt habe ich mir vor meinem bevorstehenden Island-Urlaub eine 360° Kamera gekauft und lote die Möglichkeiten aus, damit auch im Unterricht Unfug zu treiben.

Obwohl die Sommerferien in NRW schon lange her sind, war dies auch für mich die – gefühlt – erste richtige Arbeitswoche: Meine eigene Klasse ist aus ihrem zweiwöchigen Praktikum heimgekehrt. Aus meinen kleinen Babys sind Fast-Erwachsende geworden und das bekümmert mich etwas. Eine Mischung aus Stolz und Wehmut. Bald ist es vorbei mit uns. Hach.
Gestern fragten mich einige Jungs, ob ich etwas dagegen hätte, wenn sich die ganze Klasse zur Abschlussfahrt die Haare blau färben würde – ganz so erwachsen sind sie also doch nicht. (“Nein, das ist doch lustig! Tatsächlich finde ich das so lustig, dass ich mitmachen würde!” – ich bin also auch noch nicht sooo erwachsen..)