Die ersten Nächte…

Die ersten Nächte sind rum.
Mittlerweile sind wir von “Oh, das Baby hat Pupsi Mupsi gemacht!” bei “Oh, das Baby hat schon wieder Pupsi Mupsi gemacht” angelangt. Von “Wie süß das klingt, wenn so ein Neugeborenes schreit” zu “Wer hat nochmal gesagt, dass das süß ist?”

2014-09-11 17.48.01Ich habe mir Sorgen gemacht, wie unser Hund den Familienzuwachs aufnimmt. Natürlich ist Bailey neugierig und über-aufmerksam: Wann immer das Baby weint, springt sie auf und kommt angeflitzt – auch über zwei Etagen hinweg. Ein leichter Beschützerinstinkt ist zu erkennen, der jedoch nicht sehr in den Vordergrund tritt. Ich habe immer wieder wild mit Carolina getobt, um zu sehen, wie der Hund auf Stress und Lärm und Gequicke reagiert: Er sieht interessiert zu und verspürt offensichtlich nicht den Drang, sich einzumischen. Sehr schön.
Außerdem zeigt Bailey amüsante Verhaltensweisen: Sie krallt sich mit den Vorderpfoten immer wieder um die Beine meiner Tochter und lässt sich durch die ganze Wohnung schleifen, genauso wie kleine Kinder sich spielerisch an die Beine ihrer Eltern hängen und mitziehen lassen.

Für Carolina ist die neue kleine Schwester überaus aufregend. Sie hat allerdings durch den Hund schon gelernt, das manche Dinge in der Phantasie schöner sind, als in der Realität – entsprechend vorsichtig ist sie mit ihren Erwartungen dem Baby gegenüber.
Immer wieder erkläre ich ihr, dass dies eine schwierige Zeit ist, weil das Baby so viel Aufmerksamkeit braucht die ihr dann fehlt und dass sie darüber ruhig traurig sein darf, aber wissen müsse, dass wir sie genauso lieb haben (vielleicht sogar ein bisschen mehr, weil sie durchschläft).

Ich schreibe immer noch an dem endlos langen Brief-Schrägstrich-Testament an meine Kinder, falls ich morgen das Zeitliche segnen sollte. Wenn ich mir durchlese, was ich vor Jahren so geschrieben habe, freue ich mich noch mehr auf die kommenden Nächte, Monate und Jahre.

Spannende Zeit.
Zum Glück sind jetzt Herbstferien. Passt mir gerade ganz gut. ;-)

Erkenntnis.

Im Treppenhaus begegne ich Philip. Einem der größten Clowns, die ich in den letzten Jahren unterrichten durfte. “Herr Klinge, ich stehe jetzt 1 in Chemie”, erzählt er mir freudestrahlend. “Donnerwetter”, zeige ich mich beeindruckt, “wie hast du das geschafft?”
Philip grinst verlegen. “Ich habe gemerkt, dass ich mich eigentlich nur regelmäßig melden und nicht soviel quatschen muss, um das zu schaffen.”

Ich mache große Augen und sehe mich verschwörerisch um. “Psst! Nicht so laut. Das ist doch ein Geheimnis, über dass man nicht laut sprechen darf!”

Er lacht (und denkt insgeheim vermutlich  an die vielen Physikstunden des letzten Schuljahres).

Nachwuchs

2014-09-27 13.48.45Seit gestern bin ich stolzer Vater zweier Töchter und der festen Überzeugung, das “Hebamme” zu den furchtbarsten Berufen der Welt gehört.

Entsetzlich!

(Als ich den Hebammen dies sagte, lachten sie entspannt und erwiderten, aus ihrer Perspektive sei “Lehrer” einer der furchtbarsten Berufe der Welt.)
Ein neues Leben beginnt und ich freue mich unbändig auf die Zeit. Und weil ich als Vater auch ein alter Geschichtenerzähler bin, wird es Zeit, mal wieder eine hervorzukramenSmile.

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Richtige Wissenschaft mit der 7. Klasse

Mittlerweile ist meine Inklusionsklasse in der 7 angekommen und der NW-Unterricht ist von “richtigem” Physikunterricht abgelöst worden.
Zu Beginn des Schuljahres hätten wir uns mit Weltraum und unserem Sonnensystem beschäftigen müssen. Schon wieder. Denn das hatten wir in der 5 bereits ausführlich gemacht. Statt erneut “unsere neun Planeten” durchzukauen, entschloss ich mich für ein kleines Experiment:

Ich wollte sehen, wie viel richtige Wissenschaft man in der Klasse 7 schon treiben kann.

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Lehrer-Evaluation

Heute abend stellte das ZDF in einer Dokumentation die Frage “Wie gut sind unsere Lehrer?“.

Über die Qualität solcher Dokumentationen kann man immer streiten. Ebenso darüber, ob man sich als Lehrer einen Gefallen tut, wenn man sich im Alltag filmen lässt. Eine 40-minütige Dokumentation kann einem einzigen Thema nicht gerecht werden – und das ZDF hat von Inklusion über Abitur bis zu Evaluation jedem Thema gefühlte 5 Minuten gewidmet.

Schwierig.

Einen Aspekt möchte ich gerne aufgreifen, weil er mich persönlich nervt: Evaluation. Continue reading