DFB-Abenteuer Teil 2

ColorTouchVor knapp drei Jahren habe ich mich mit meiner 7. Klasse beim DFB als EM-Nachwuchsreporter beworben. Eigentlich sollte das Schreiben nur eine “Strafarbeit” für das ständige Fußball-Gequatsche der Schüler sein – am Ende nahm der DFB die Bewerbung jedoch an und so mussten meine Schüler Woche um Woche Berichte über die kommenden Gegner der Nationalmannschaft schreiben.

Später besuchte uns das offizielle DFB-Maskottchen und  an einem aufregenden Nachmittag wurde sogar ein Film über die Aktion gedreht, den man sich immer noch ansehen kann.

Heute, drei Jahre später, stehen die gleichen Schüler kurz vor ihrem Schulabschluss. Einige werden in die Oberstufe gehen, andere streben eine Ausbildung an.

In jedem Fall werden sich unsere Wege trennen.

Ein letztes großes Abenteuer werden wir aber noch gemeinsam erleben: Im Juni fahren wir zusammen nach Köln zu einem Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft. Für die Schüler (und für mich) wird das sicher eine aufregende Sache und ein würdiger Abschluss (werden die meisten wohl auch in zehn Jahren meinen Namen vergessen haben – solche Aktionen bleiben im Gedächtnis).

Der lustigste Punkt aber ist: Wenn man schon mit 30 Mann ins Stadion fährt, dann sollte man die Chance ergreifen und ordentlich auf sich aufmerksam machen. Also: Welches Spruchband sollen wir hochhalten? Welche Buchstaben auf die Stirn malen? In welcher Verkleidung auf den Rängen tanzen?

Uns ist jedes Mittel recht, um einen bunten Abend zu genießen 😀

Ich bitte um Vorschläge :-)

Kinderpsychologie

Die kleine Amy spuckt Milch.
”Lina, hol mir bitte ein ZEWA”, bitte ich meine Älteste, während ich mich um das Baby kümmere. Carolina braucht einige Augenblicke, bis sie die Papierrolle entdeckt und kommt dann seelenruhig zurückgeschlendert, während ihre Freundin meinem Treiben interessiert, aber untätig zuschaut.

Carolina hat genau ein Blatt der Rolle in der Hand.

“Carolina”, sage ich, lege die Stirn in genervte Falten und wische die Sauerei mühsam weg, “wenn ich sage ‘ein Zewa’ meine ich damit zwei oder drei Blätter!”

Statt dass sie zurück in die Küche eilt, schaut sie mir entspannt zu und erklärt ihrer Freundin: “Normalerweise nennt mein Papa mich Lina. Wenn er ‘Carolina’ sagt, dann ist er sauer. ”

Ich blicke auf. “Carolina Sophie!”

“Und so nennt er mich, wenn er stinksauer ist!”, kichert sie und läuft mit ihrer Freundin rasch davon.

Fortbildung: Erstellung von Unterrichtsmaterialien

LehrerfortbildungVor kurzem erhielt ich die Einladung zu einer Fortbildung Ende April. Es geht um die Erstellung von Material für das Fach NW (“Naturwissenschaft”). Solche Einladungen sind nichts besonderes – jeder Lehrer und jede Schule erhält Dutzende davon im Jahr. Diese Fortbildungen sind manchmal cool und manchmal… nunja, auf andere Lehrertypen zugeschnitten.

Da ich (wie üblich) von meinem eigenen Unterricht ganz begeistert bin, habe ich bei dieser Fortbildung gedacht, wie großartig mein selbst erstelltes NW-Workbook dazu passt. Also schrieb ich den Kollegen eine E-Mail, entschuldigte mich für die dreiste Einmischung – und hängte die Workbooks an.

Einige E-Mails später wurde ich herzlich eingeladen, doch bitteschön selbst an der Fortbildung teilzunehmen und – wenn möglich – auch ein bisschen was dazu zu erzählen. Also freue ich mich auf die Gelegenheit, im April etwas beisteuern zu können. Das wird bestimmt cool (und wenn nicht, dann ist es halt auf andere Lehrertypen zugeschnitten Zwinkerndes Smiley). Die Anmeldung erfolgt online hier – evtl. treffe ich ja den ein oder anderen Leser dieses Blogs dort.

Apropos großartiger Unterricht:
Eine liebe Kollegin kam letzte Woche auf mich zu, drückte ihren Unmut über ihre (und meine) Phantasielosigkeit im Unterricht aus und begann aus dem Stehgreif, eine Geometriemappe für das neue Thema “Dreieckskonstruktion” zu erstellen. Inhaltlich entspricht sie in großen Teilen der zugehörigen Lerntheke – der Aufbau ist allerdings geführter mit sehr viel Wert auf Sauberkeit und Ordnung (ich bin nicht so der große Hefte-Einsammler, da passt mir das hier ganz gut).

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Interessierten Kollegen schicke ich die Mappe gerne zu – sie ist aber auch an üblicher Stelle zu finden. Diesmal auch als veränderbare .pptx-Datei, damit ihr sie… öhm… “auf euren Lehrertypus anpassen” könnt. (Falls ihr das Workbook nicht cool findet, wie es ist..!?)

Charakterschwäche

221131_276677482437751_1033654548_oEin Oberstufen-Schüler, den ich inzwischen nicht mehr unterrichte, begegnet mir auf dem Flur. Er ist Schalke-Fan und ich kann von weitem sein süffisantes Grinsen sehen.

Doch noch bevor er mir irgendeinen Spruch reindrücken kann, quatsche ich ihn zu. “Weißt du, Michel”, sage ich, “auf jemanden einzutreten, der schon am Boden liegt… Das sagt einiges über die Person aus. Über ihren Charakter.”

Ich blicke ihn mit enttäuschter Miene an – wie Lehrer oft schauen, wenn einer ihrer Zöglinge etwas richtig Dummes gesagt hat.

“Und wenn ich ehrlich bin, dann macht mich das wirklich betroffen. Ich hätte da einfach mehr von dir erwartet. Aber so.. ich bin ehrlich traurig darüber.”

Der Schüler nickt verstehend.
”Herr Klinge”, erwidert er freundlich, “ich trete nicht nur, ich spucke auch auf Leute, die am Boden liegen.”

Schalker. Muss ich mehr sagen…?!

Die Dorfschullehrerin

Kennt ihr das, dass der obere Rücken- und Nackenbereich völlig verspannt ist?

Ich geh also zur Massagepraxis in Eiserfeld (das Dorf, in dem auch unsere Gesamtschule liegt). Und als ich da so halb nackt auf dem Bauch (Gottseidank!) auf der Massagepritsche liege, kommt der Physiotherapeut mit einem fröhlichen „Guten Morgen, wen haben wir denn da?“ herein. Es liest ab „Eva Tellmann. Ah! Ich war bei Ihnen an der Schule!“

Scheiße. Ich verdrehe mich, um den jungen Mann anzuschauen, ohne mich gänzlich zu entblößen. Zum Glück war er nicht MEIN Schüler! Aber ich kann mich gut erinnern, dass ich Klassenlehrerin in seiner Parallelklasse war. Dem ehemaligen Schüler ist das alles gar nicht unangenehm und er plaudert freundlich drauflos über alte Lehrer und gemeinsame Bekannte.  Wunderbarerweise hat er wirklich heilende Hände und versteht sein Handwerk.

Deswegen merke man sich: Seid nett zu den Kindern in der Schule, denn sie werden eure Gynäkologen, Feuerwehrleute, KFZ-Mechaniker und Bestattungsunternehmer.

“Wie aus dem Gesicht geschnitten”

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“Deine Tochter sieht dir so ähnlich”, sagen die Leute ständig. “Besonders die Augen”, sagen sie.

Manchmal zu mir.

Manchmal zu meiner Frau.

Ich sehe das nicht. Für mich sehen Babys alle gleich aus.

Ein weiteres Halbjahr ist rum. Die Tage sind gerade ganz wunderbar aber ich stelle verärgert fest, dass mein Blog mir zu “berufsorientiert” geworden ist. Das nervt mich etwas, weil mein Leben nicht nur aus Schule besteht.

Notiz an mich selbst:
In Zukunft wieder mehr Blödsinniges aus dem Alltag, wie die Geschichte, als wir die Milchzähne vom Hund in Carolinas Milchzahndose gelegt und ihr erzählt haben, sie hätte als Baby solche Reißzähne gehabt.

#28 Wir sollen was tun? Mit was?

IMAG0030Ich bin selbst ganz aufgeregt über unserer Bibelreihe. Einige Texte liegen schon hinter uns, aber da ist noch mehr auf dem Weg. Am spannendsten finde ich die abstrusesten Texte – diejenigen, mit denen ich am wenigsten anfangen kann – und heute kommt wieder so einer: Wir wollen Gott heute in einem rauchenden Ofen suchen (ich meine – jeder kann Gott in einem brennenden Busch finden – aber ein oller Ofen? Kommt schon!).

Zunächst ein Vers aus der Bibel
dann eine Geschichte.

Hier ist der Vers:

Die Sonne war inzwischen untergegangen, und es war dunkel geworden. Da sah Abram einen rauchenden Ofen, und eine Feuerflamme fuhr zwischen den Fleischstücken hindurch.
(Genesis 15)

Und jetzt die Geschichte:

Notenschlüssel

IMAG0235_1Carolina ist in ihrem letzten Grundschuljahr.
Das Zeugnis, welches sie nächste Woche erhält ist (mehr oder weniger) entscheidend für den weiteren Verlauf ihrer Schulkarriere. Daher habe ich mir ihre Klassenarbeiten in den letzten Monaten etwas genauer angesehen und bin irritiert: Nicht, dass ihre Noten schlecht wären – aber oft reicht schon ein Fehler, um kein “sehr gut” mehr zu schaffen. Die Bewertung scheint mir auch an anderer Stelle oft hart.

Beim Schulentwicklungsgespräch frage ich die Klassenlehrerin nach dem Notenschlüssel der Schule. Ein solcher Schlüssel beschreibt, wie viel Prozent richtige Antworten welcher Note entspricht.

”Ab 98% gibt es ein ‘sehr gut’” erklärt mir die Kollegin. “Ab 88% ein ‘gut’, ab 75% eine ’Drei’ und für eine ‘Vier’ braucht man 50%.”

Eine Grundschulkollegin aus dem Bekanntenkreis bestätigt mir, dass sie ähnlich bewerten würde.
Ich bin erstaunt. Erst recht, wenn ich den Notenschlüssel mit dem meiner Schule vergleiche. Genau wie die Grundschule ist auch eine Gesamtschule eine Schule “für alle Kinder”. Anders als Hauptschule oder Gymnasium haben wir eine extrem unterschiedliche Schülerschaft. Unser Notenspiegel orientiert sich an den Vorgaben für die Zentralen Abschlussprüfungen bzw. für das Abitur in NRW. Alle Klassenarbeiten in allen Fächern werden bei uns nach dem gleichen Schlüssel bewertet:

100% – 87% Note 1
86% – 73% Note 2
72% – 59% Note 3
58% – 45% Note 4
44% – 18% Note 5
17% – 0% Note 6

Da ergibt sich ein anderes Bild.

Ich drücke meine Irritation im Gespräch auch aus. “Wenn ich erst ab 98% ein ‘sehr gut’ verteilen würde, dann wäre das für viele Kinder ein ziemlich trauriges Schulleben.” Die Grundschulkollegin stimmt mir zu, erwähnt aber auch, dass sie trotzdem von Seiten der Eltern oft unter Druck stünde, deutlich härter zu bewerten. “Manche haben Zweifel, wie die Kinder überhaupt das Gymnasium schaffen sollen, wenn sie von hier kommen.”

Platt gesagt: An der weiterführenden Schule wäre jede Arbeit meiner Tochter stets eine Note besser bewertet worden. Von einem bayrischen Gymnasium weiß ich, dass sie auch (mehr oder weniger) unseren Schlüssel benutzen. Ich will dabei die Grundschule gar nicht groß kritisieren: Die machen da eine ganz wunderbare Arbeit und Carolina freut sich jeden Tag auf die Schule.

Ich finde das Ganze eher schwer zu beurteilen – zunächst einmal, weil ich kein Grundschullehrer bin und überdies, weil mir die langjährige Erfahrung fehlt. Aber eliminiert man mit der Grundschulversion nicht de fakto die Note “sehr gut”? Ein Fehler im Diktat. Irgendwo einmal verrechnet. Führt das nicht womöglich dazu, dass die Eltern den Druck auf die Kinder erhöhen oder diese den Spaß an der Schule verlieren? Es ist ja auch nicht so, als wären die Noten bedeutungslos: Es geht um den weiteren Bildungsweg.

Wie seht ihr das?
Und wie sieht der Notenschlüssel bei euch an der Schule aus? (Und erwähnt dabei zur Orientierung bitte Schulform und Bundesland.) Ganz besonders interessieren mich die Erfahrungswerte von Grundschulkollegen.

Familienzoff.

clip_image001Okay, wir hatten da diesen Familienstreit.

Nichts ernstes. Aber schon absurde Engstirnigkeit auf der einen, überlegene Wissenschaft auf der anderen Seite. Abstruse Intuition gegen kühlen Sachverstand. Ich vermute, dass es diese Art Krach in allen Familien gibt – aber ich bin gekommen, um ihn zu beenden. Man könnte sagen, heute wird hier eine jahrhundertealte Frage der Menschheit beantwortet.

Es geht natürlich um die Frage, ob es sich lohnt, eine Flasche Sekt noch eine Stunde vor der Party in den Kühlschrank zu stellen. Aber da ich keinen Alkohol trinke, hieß es bei uns: Lohnt es sich, eine zimmertemperaturwarme Packung Milch eine Stunde vor dem Frühstück in den Kühlschrank zu stellen? Wird aus warmer Plörre binnen einer Stunde ein erfrischendes Glas Gesundheit?

Meine Brüder behaupten das. Und wenn wir uns mal uneinig sind, dann steigen wir in den Ambu Jitsu Ring und lassen die Fäuste sprechen. Aber danach folgt dann ernste Wissenschaft.

Also bewaffneten wir uns mit Milchtüten (Tetra-Pack vom Lidl, 1.5% Fett) und Thermometern, Papier und Stift. Uuuuund:

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Der Kühlschrank ist auf eisige 7°C eingestellt – in der Tür (wo die Milch üblicherweise steht) herrschen kühle 10°C.
Die Messung ergab, dass ein Liter Milch ziemlich genau alle 30 Minuten ein Grad Celsius an Temperatur verlor. Um von Raumtemperatur 18°C auf köstliche 10°C zu kommen, benötigt die Milch entsprechend vier Stunden.

Vier.

Stunden.

Das ist länger, als ich im Ambu Jitsu Ring durchgehalten habe. Aber am Schluss dennoch triumphiert.

Das ist Wissenschaft! Dafür, Kinder, geht man zur Schule!

 

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Ein paar Google-Schlagworte zum Schluss:

Wie lang braucht ein Liter Milch im Kühlschrank um abzukühlen? Lohnt es sich, eine Flasche Sekt kurz vor der Party in die Gefriertruhe zu stellen? Wie schnell kühlt eine Flüssigkeit im Kühlschrank ab?

Meine 10er, Naina und die Bildungspolitik

Ich bin krankgeschrieben. Das erste Mal in meinem Leben überhaupt verpasse ich eine ganze Schulwoche. Zum Glück ist das Halbjahr fast geschafft, so dass mein Ausfall nicht zum kompletten Zusammenbruch des Systems führt, auch wenn ich das innerlich befürchte.

Meinen großartigen 10ern habe ich aufgetragen, sich die neue Lerntheke herunterzuladen und eigenständig damit zu arbeiten. Schließlich naht die Abschlussprüfung. Und die Zeit.. die Zeit! Als Vorbereitung auf die Oberstufe würden sie das auch alleine hinbekommen. Und weil sie so toll sind und so, habe ich totales Vertrauen.
Natürlich wusste ich, dass sich nicht alle daran halten würden. Höchstens die Hälfte. Vielleicht ein Drittel. Wenn es ganz schlecht läuft, nur eine Handvoll.

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Scheinschwanger.

Als hätten wir mit einem kleinen Baby im Haus nicht genug Arbeit, ist unser Hund scheinschwanger.
Zumindest ist meine Frau davon überzeugt – ich habe noch nie von einer Scheinschwangerschaft gehört. Offenbar gibt es das bei Hunden aber öfter. Bailey ist seit einigen Tagen extrem verspielt und nähebedürftig – zwischenzeitlich total aufgekratzt und dann scharrt sie wieder im Boden und baut sich ein “Nest”.

“Wenn wir ihr jetzt ein Kuscheltier geben”, belehrt mich meine Frau, “dann wird sie es vielleicht bemuttern. Dann hätten wir Klarheit.”

Ich bin einverstanden und wir benutzen eines von Carolinas Kuscheltieren. Einen kleinen Hund. Bailey freut sich, schnappt sich das Tier und springt in ihr Körbchen.

“Ha!”, triumphiert meine Frau, “sie nimmt es mit in ihr Nest. Der Beweis!”

imageDoch Bailey bemuttert hier niemanden. Sie beutelt den kleinen Kuschelhund, schleudert ihn umher und nach wenigen Sekunden sind von dem kleinen Schnuffeltier nur noch Fetzen übrig.

“Tja”, murmle ich.

Hm”, murmelt meine Frau.

“Was das… war das etwa… mein Bello?”, jault Carolina auf.

 

Nun. Die Liste unserer Problemstellen wird nicht kürzer.

Einige Projekte für 2015

20141228_121347Die Ferien sind fast rum und dieses kleine Blog geht in sein sechstes Jahr – unglaublich, wie die Zeit vergeht.

Die Ferien habe ich sehr genossen und auch zwei Wochen lang nicht das Bedürfnis verspürt zu bloggen oder für die Schule zu arbeiten. Bailey hat das erste Mal in ihrem Leben Schnee gesehen – und lieben gelernt. Weihnachten war irgendwie zwischen “abgeklärt für die Große” und “noch nicht magisch für die Kleine”. Das wird in den nächsten Jahren sicher anders. Silvester ist nicht so meins: ich komme aus einer Ärztefamilie, da wurden Neujahr immer die ‘abgerissene-Finger’-Geschichten erzählt und so richtig Lust auf Böllern hat dann niemand.
Erst in den letzten Tagen habe ich mich wieder an den Schreibtisch gesetzt und noch korrigiert und etwas Unterricht vorbereitet.

Große Bauchschmerzen bereitet mir dabei der Technikkurs meiner eigene Klasse: In der 7.2 steht das Thema “Energie” auf dem Lehrplan – aber damit werde ich nicht so richtig warm.
Ich möchte keinen zweiten Physik-Unterricht machen und nach und nach Elektrizitätsenergie, Wärmeenergie, mechanische Energie etc. abarbeiten. Jede Stunde mit einem Experiment und einer Folgerung. Der Vorteil daran wären vier Stunden Physik pro Woche – aber unter “Technikunterricht” verstehe ich eigentlich etwas anderes. Gerade das bauen und “werken” macht vielen Kindern Spaß. Die Papierbrücken haben für große Begeisterung gesorgt. Darüber hinaus darf ich meine zwei Schülerinnen mit Glasknochen nicht vergessen – viele Arbeiten sind für sie sehr mühsam.
Wenn ihr da Ideen und Vorschläge habt, freue ich mich sehr.

Überdies stehen in diesem Jahr noch ein paar weitere Projekte an.

  • mit meinem WP1-Kurs “Arbeitslehre Technik” (=Werken) in der 8 stecke ich mitten in einem Elektronik-Jahr. In den vergangenen Monaten habe ich diesen Kurs mithilfe eines selbsterstellten Workbooks strukturiert. Das hat prima geklappt und ich möchte das Heft gerne bis zum Sommer fertigstellen.
  • im nächsten Schuljahr möchte ich mit eben diesem Kurs eine komplette Produktfertigung (angelehnt an das 15-Euro-Mikroskop) mit der 16-Schritte-Methode (mehr dazu beizeiten) durchführen. Das wird jedenfalls großartig!
  • in diesem Jahr führe ich eine Mathematik-10 zum Abschluss. Damit schließen sich so langsam die letzten Lücken: Bald habe ich jedes Thema einmal gemacht und auch zu jedem dieser Themen eine Lerntheke erstellt. Bald kann ich mich daran machen, Fehler auszubessern, Fotos durch freie Bilder zu ersetzen und die Lerntheken Stück für Stück zum öffentlichen Download komplett freizugeben. (Das wird aber sicher noch etwas dauern.)
  • Wirklich unzufrieden bin ich mit meinem Physikunterricht. Sicher, er funktioniert und es sind auch ein paar Highlights drin (über die ich auch schon geschrieben habe) – aber insgesamt bin ich unzufrieden. Ich brauche noch etwas Zeit, um herauszufinden, woran genau es liegt – aber das darf muss besser werden.
  • Ab Sommer wird außerdem unsere Schule um einen weiteren Zug erweitert. Über diesen Umzug werde ich sicher auch das ein oder andere Mal schreiben.

Auch privat wird das Jahr aufregend: Unsere Vorbesitzer haben den Pool im Garten in einem restaurierungsbedürftigen Zustand hinterlassen – wir müssen erst mal entscheiden, ob wir ihn abreißen oder instandsetzen wollen. In jedem Fall  kommt noch Arbeit auf mich zu. Außerdem kommt Lina in eine weiterführende Schule und Amélie lernt krabbeln; letzteres wird in Kombination mit dem Hund noch spannend.

Euch jedenfalls einen guten Start ins neue Jahr und vielen Dank fürs Lesen! :-)

#27 Maria und Rage Against the Machine

Alles klar, los geht’s.
                                 Maria  [Lukas 1v38]

It has to start somewhere, it has to start sometime.
What better place than here? What better time than now?
                                Rage Against the Machine

Es gibt da dieses jüdische Mädchen, sie ist vermutlich 13 oder 14, und dem Evangelium von Lukas zufolge erscheint ihr ein Engel und berichtet, dass sie Gnade bei Gott gefunden hat, schwanger würde und ihr Kind der

Sohn des Höchsten

sei, er den

Thron seines Vaters David

übernehmen werde und sein

Reich wird niemals enden.

Bevor es aber soweit ist, hat Maria noch die ein oder andere Frage, (wie etwa „Aber ich hatte keinen Sex bisher?“) woraufhin der Engel antwortet:

Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.

weil das den Sachverhalt klarstellt. (Mich Überschatten? Das ist deine Antwort?)
Das Mädchen Maria hört alles, nimmt es in sich auf, stellt ihre Fragen und antwortet dann:

Ich bin die Magd des Herrn. Es geschehe mir nach deinem Wort.

Oder wie wir heute sagen würden:

Alles klar. Los geht’s.

Heute, vorweihnachtlich, zunächst ein paar Gedanken über dieses Mädchen und ihre Welt.

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