Mit Achtklässlern im Kunstmuseum. Oh je…

Glucksend und kichernd drängen sich meine Jungs in den Aufzug. Eigentlich dürfen nur acht Personen gleichzeitig fahren, aber natürlich halten sie sich nicht dran. “Einer geht noch!” Eine Frau des Sicherheitspersonals bemerkt den Unfug und kommt schnellen Schrittes auf die Kinder zu. Die Jungen fangen an zu kreischen krakeelen.Die Fahrstuhltüren schließen sich.Die Sicherheitsfrau rennt los.Die Jungs lachen und fürchten sich; drücken sich in die Ecke des Fahrstuhls. Wir haben immer noch Klassenfahrtswoche.Gestern sind wir in einem Bowling Center gewesen. Hinfahrt … weiterlesen

Exkursion zum Länderspiel. Stille.

Stille.Stumm sehen wir uns an. Meine 10er und ich. Heute braucht es keine Worte. 12 Stunden zurück.Wir treffen uns gut gelaunt an einem kleinen Landbahnhof. Alle sind beisammen und aufgeregt. Uns begleiten zwei weitere Lehrer und zwei Referendare. Ich bin dankbar, die Verantwortung teilen zu können und werde im Laufe der folgenden Nacht merken, wie gut das tat. Wir haben noch nicht die halbe Zugstrecke geschafft, als Justus vor uns steht. “Herr Klinge”, stammelt er, “ich habe da ein Problem..!”Für … weiterlesen

Jungs-Mädchen-Tag (+Inklusion)

Nachdem der letzte Jungs-Mädchen-Tag von meiner Klasse sehr gut aufgenommen wurde, stand eine Wiederholung völlig außer Frage. Kurz zum Hintergrund: Verschiedene Untersuchungen zeigen immer wieder, dass Mädchen und Jungen mit unterschiedlichen Leistungen aus der Schule kommen. Ausgehend von einer Mädchenförderung in den vergangenen Jahren sind es jedoch heute eher die Jungen, die einer Förderung bedürfen. Entsprechend plante ich mit meinen 16 Jungs einen Projekttag, während meine Co-Klassenlehrerin sich mit den 12 Mädchen zusammensetzte. Ungeachtet aller Vor- und Nachteile von Inklusion, … weiterlesen

Ausflug ins Mathematikum

Zusammen mit der Parallelklasse haben wir heute den jährlich stattfindenden Ausflug ins Mathematikum nach Gießen gemacht. Im Gegensatz zur aufregenden Busfahrt letztes Jahr, fuhren wir diesmal mit dem Zug – das war billiger und gleichsam unkompliziert.Im Unterschied zu letztem Jahr war ich diesmal jedoch nicht nur Begleitperson, sondern hauptverantwortlicher Klassenlehrer.

Inklusion & Aufsichtspflicht

Bei einem tragischen Unglück an einer Förderschule in unserer Gegend ist diese Woche ein Kind lebensgefährlich verletzt worden. Der neunjährige Junge wurde leblos im Schwimmbecken der Schule gefunden – vermutlich ist er durch einen nicht abgeschlossenen Nebeneingang während der Pause ins Gebäude gelangt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob ein Fall von Aufsichtspflichtverletzung vorliegt, aber so etwas geschieht immer, wenn an einer Schule Unfälle geschehen. Ich möchte an dieser Stelle nicht über mögliche Ursachen schwätzen oder über diese Tragödie als solches schreiben. … weiterlesen

Arbeitsklima.

Vor einigen Tagen unterhielt ich mich mit einem Freund über sein Arbeitsumfeld. Er möchte Arzt werden und wechselt während seines PJs alle sechs Wochen die Station. Auf diese Weise sieht er in kurzer Zeit sehr unterschiedliche Arbeitsbedingungen.Zuletzt war er nicht besonders glücklich: Die Schwestern waren chronisch überarbeitet und hatten wenig Zeit; wann immer er irgendwo dabei stand, wurde er angeranzt sich doch “wenigstens mal vorzustellen” – und wenn er sich dann ständig vorstellte hieß es “wissen wir längst!”. Seit einer … weiterlesen

Odysseum, Bestechung & Brennball

Donnerstag sind wir in Köln, im Odysseum gewesen. Solche Ausflüge sind auch mit Rollstuhl-Kindern eigentlich kein Problem, die Kombination mit den Glasknochen und 26 zu beaufsichtigenden weiteren Kindern macht die Sache aber etwas heikel.Trotzdem ist natürlich alles gut gegangen.  Es zahlt sich aus, über Monate hinweg auf Disziplin und so Dinge wie Zweierreihen (“Wir sind doch nicht in der Grundschule, Herr Klinge!” – “Ist mir doch egal!”) zu achten. An den Bahnhöfen mussten einige Treppen überwunden werden – aber nichts, … weiterlesen

Wandern und schauspielern (mit Glasknochen)

  Noch zwei Tage, dann ist diese Kokolores-Woche rum. Gestern sind wir den „Grubenweg“ entlang gewandert. Vor einigen Jahren hat ein Kollege mit dem Kurs “Gemeinnützig Handeln” an unserer Schule einen 8 Kilometer langen Pfad durch den Wald entlang vieler Bergbaugruben erschlossen und mit Infotafeln versehen. Herausfordernd war der Weg für meine Rollstuhlkinder und dieser Ausflug ist ein gutes Beispiel für die Schwierigkeiten, die das Thema Inklusion mit sich bringt: Grundsätzlich ist der Pfad in Rollstühlen unpassierbar. Punkt. Als Lehrer … weiterlesen

Gespenstermotten (mit Glasknochen)

Gestern haben wir eine Exkursion gemacht. Eine Kollegin wollte mit ihrer 5 (der Klasse mit der Röntgenbrille) auf irgendwelche Wiesen pilgern, in der Gespinstermotten ganze Bäume eingesponnen haben. Passte weder bei ihr, noch bei mir gerade ins Thema – aber um die Zeit nimmt man jede Exkursion mit, die sich gerade anbietet. Zumal Exkursionen ins Umfeld der Schule einfach grundsätzlich schön sind. Mit meinen Glasknochen-Kindern ist so etwas immer etwas umständlicher, als im Normalfall – aber nichts, wovon ich mich … weiterlesen

Schlittenfahren (mit Glasknochen)

Am Freitag entschlossen sich gleich vier Klassen meiner Schule dazu, im Siegener Umland Schlittenfahren zu gehen. Kalt, eine Menge Schnee und keine Klassenarbeiten mehr – ideale Bedienungen. Zumindest für die meisten Kinder. Denn die einstündige Wanderung zum ‚Eisernhardt‘ durch verschneiten Wald war schon für das ein oder andere gesunde Kind eine Herausforderung – mit Rollstühlen nicht zu bewältigen. (Etwas stolz darf ich hier sagen, dass meine Klasse den Weg prima geschafft hat – gedenk der fünfstündigen Wanderung bei der Klassenfahrt … weiterlesen

Ballonfest (…mit Glasknochen)

Ich habe ja versprochen, in den nächsten Monaten (und Jahren?) auch immer wieder über Inklusion an der Schule zu schreiben und schneller als erwartet bietet sich die Gelegenheit. Am ersten richtigen Schultag unserer neuen 5er gab es nämlich weniger Organisatorisches, dafür aber eine Menge Exkursionen zu erleben.